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Willkommen bei der Pflanzenheilkunde und den Heilpflanzen

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HeinerWF



Anmeldedatum: 09.11.2006
Beiträge: 50
Wohnort: Gestringen

BeitragVerfasst am: 10.11.2006, 01:44    Titel: Willkommen bei der Pflanzenheilkunde und den Heilpflanzen Antworten mit Zitat

Der "offiziellen" Pflanzenheilkunde geht es schlecht, jedenfalls der, die mit pflanzlichen Fertigarzneimitteln arbeitet. Seit den einschneidenden Veränderungen der sogenannten Gesundheitsreform sind eine Großzahl wichtiger pflanzlicher Arzneimittel aus den Sortimenten der meist kleineren mittelständischen Arzneimittelhersteller verschwunden. Zusammen mit den Arzneimitteln waren dann in kürzester Zeit auch einige ihrer Hersteller vom Markt.

Warum?

Hatten Patientinnen und Patienten ihre Hausärzte in langen Jahren davon überzeugen können, daß mit pflanzlichen Arzneien ohne ellenlange Listen von Neben-, Wechsel- oder sonst was für Wirkungen ein Großteil ihrer Beschwerden in den Griff zu bekommen ist, so war den inzwischen vielfach von ihrem Tun überzeugten Hausärzten von heute auf morgen der Pflanzenverordnungsgriffel aus der Hand geschlagen worden, denn: Pflanzliche Arzneimittel sind nicht mehr zu Lasten der Krankenkassen verordnungsfähig.

Das steht natürlich nirgendwo explizit. Es sind halt nur noch verschreibungspflichtige, weil risikobehaftete Arzneimittel von der Kasse zu bezahlen. Die erwiesenermaßen sanften, pflanzlichen Medikamente waren damit von den Schreibtischplatten des größeren Teils ihrer Verordner geschubst. Ich liege sicher nicht weit daneben, wenn ich behaupte, auf 20 ärztliche KollegInnen kommt gerade mal eine Heilpraktikerin oder ein Heilpraktiker. Diese eher kleine Gruppe von Verordnern konnte denn durch ihre Rezepte so manches pflanzliche Arzneimittel auch nicht mehr vor dem zwar nicht vorsätzlichen, regierungsseitig aber doch bewußt in Kauf genommenen Dahinscheiden bewahren.

So fehlen mir heute als Heilpraktiker und natürlich meinen Patientinnen und Patienten inzwischen etliche, nur sehr schwer oder gar unersetzbare Medikamente. Selbst die Rezeptur (eine Rezeptur ist die Anweisung an die Apotheke, wie und aus welchen Zutaten ein Arzneimittel individuell herzustellen ist) ist vielfach unmöglich geworden, weil mit den Pflanzenarzneien häufig auch deren pflanzliche Ausgangssubstanzen den Bach hinuntergegangen sind.

Ein Gutes hat das ganze dennoch: Wir können uns wieder auf pflanzenheilkundliche Traditionen besinnen, die uns durch den so bequemen Weg des überall erhältlichen Pflanzenarzneimittels etwas abhanden gekommen waren.

Und darauf freue ich mich: Mit Ihnen auf dieser so angenehm augenfreundlich schlichten (und deswegen schönen) Plattform über Heilpflanzen und ihre Wirkungen reden zu können. Bis bald.

Heiner Wenzel-Feldmann,
Heilpraktiker
_________________
Haftungsausschluß: Meine Beiträge sind sehr sorgfältig erstellt. Sie können jedoch nie Untersuchung oder Beratung in einer qualifizierten Heilpraktiker- oder Arztpraxis ersetzen. www.heilpraktiker-wenzel-feldmann.de


Zuletzt bearbeitet von HeinerWF am 18.11.2006, 20:07, insgesamt einmal bearbeitet
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HP Rau von Nagell



Anmeldedatum: 06.11.2006
Beiträge: 79
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 10.11.2006, 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

Verehrter Kollege Wenzel - Feldmann!

Da haben Sie ein wichtiges Thema angesprochen:
Die Gesundheitsreform und ihre Folgen.
Für den Bereich der Phytho-Arznei war und ist sie fatal.
Dennoch konnte man auch vor der Reform schon beobachten, daß ganz gezielt versucht wurde, diese sehr erfolgreiche Sparte, weil hohe Akzeptanz durch die Patienten, zu torpedieren.
Man denke nur an die Diskussionen um Kava Kava oder die Mariendistel, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Trotz der immer größer werdenden Zahl von Patienten, die sich an die Naturheilkunde wenden, wird in Deutschland für diesen medizinischen Zweig leider kaum Forschungsetat zur Verfügung gestellt.

K. Rau Freifrau von Nagell HP
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ATStillson



Anmeldedatum: 04.02.2008
Beiträge: 3
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 04.02.2008, 12:44    Titel: Geringerer Etat für Phytotherapie - wenn's doch nur das wäre Antworten mit Zitat

Sehr geehrte Freifrau von Nagell,

wenn es doch nur die geringeren Etats wären. Es kommt ja noch viel schlimmer: worauf beruhen denn die wirksamsten Medikamente unserer heutigen Allopathie? Zum großen Teil auf den Erkenntnissen der Pflanzenheilkunde.
Ob Acetylsalicylsäure = Weidenrinde, chloroquin = Chinarindenbaum, Alkaloide = z.B. Schlangenholz
- es gibt soviele heutzutage synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die den Pharmakologen erst durch Analyse der Heilpflanzenwirkstoffe in die Hände gefallen sind. Was jedoch immer verschwiegen wird: wir kennen selbst im Gefüge der gut erforschten Heilpflanzen vermutlich längst nicht alle bekannten Wirkstoffe. So macht aber oft erst die Zusammensetzung des

ganzen Pflanzenteils - sei es die Wurzel, das Blatt oder der Stengel - eine zuverlässige Wirkung im Sinne unserer Vorfahren vorhersehbar, da diese scheinbar unwichtigen "zweitklassigen" Wirkstoffe eben doch teils eine Wirkung zu haben scheinen. Mit anderen Worten: es geht um das biologische Umfeld, in dem ein Wirkstoff sich befindet, wenn man von einer bestimmten biochemischen Wirkung ausgehen möchte.
Mit dem Herabwürdigen der traditionellen Phytotherapie werden auch diese Aspekte - forschungswürdige Aspekte - im langen Lauf auf der Wegstrecke bleiben.

Schade(n) für die Allgemeinheit...
_________________
Der Hamburger Heilpraktiker Alexander Mallok ist spezialisiert auf die ganzheitliche manuelle Behandlung des Menschen. Neben bekannten Therapieverfahren interessieren ihn Außenseitermethoden und Volksheilkunde. Für Infos siehe www.mallok-wiegleb.de
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