Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen
Biodynamische Psychotherapie
Die Biodynamische Psychotherapie ist eine tiefenpsychologisch fundierte, körperorientierte Therapieform, die von der norwegischen Psychologin Gerda Boyesen (1922-2005) entwickelt wurde. Sie gründet auf den frühen Libidotheorien Sigmund Freuds, der Körpertherapie des Freudschülers Wilhelm Reich und der Physiotherapie, wie sie in Oslo um die Mitte dieses Jahrhunderts von Prof. Braatoy und Frau Buelow-Hansen in der Psychiatrie angewandt wurde.
Gerda Boyesen verknüpfte dabei psychotherapeutisch wirksame Massagen mit psychoanalytischem Denken, was sie selbst als »Psychoanalyse des Körpers« versteht. Sie nannte ihre Therapieform »biodynamisch« (von gr. bios = Leben, dynamos = Kraft), weil der Begriff auf das Prinzip einer natürlichen, spontan fließenden Bewegung der Lebensenergie verweist, einer Kraft, die uns bewegt, lebendig macht und beseelt. Gerda Boyesen nimmt an, dass Blockierungen dieser Lebensenergie eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von psychischen und psychosomatischen Beschwerden spielen. Im Laufe der Jahre entwickelte sie zusammen mit ihren Töchtern Ebba und Mona Lisa ein breites Spektrum origineller und differenzierter Theorien und Methoden, die in dem faszinierenden Bereich »entre psyche et soma« angesiedelt sind (so der französische Titel ihres ersten Buchs, dt. »Über den Körper die Seele heilen«, München 1987).
Gekürzte Fassung der
ausführlichen Darstellung von Peter Freudl.
Veröffentlicht am 21.10.2007, zuletzt geändert am 25.02.2011.
Literatur:
Weitere Informationen im Internet:
Therapieformen: Biodynamik
Fachverbände: Biodynamik
Fachausbildungen: Biodynamik
Adressen zum Thema »Biodynamische Psychotherapie«
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