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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Chinesische Medizin

Autorin: Silja Thiemann, Hufeisen 27a, 41352 Korschenbroich
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Vom Geiste der Chinesische Medizin

erschienen in Naturheilpraxis 11/2006

Der hohe Wert der Chinesischen Medizin liegt in der Verbindung der Einheit von Körper, Geist und Seele. Die historische Entwicklung im 20. Jhdt., die ideologische Bereinigung der klassischen Chinesischen Medizin zur TCM verliert mehr und mehr diese Einheit durch Konzentration auf das naturwissenschaftlich nachweisbare Körperliche. Sogar in China regt sich bereits Widerstand gegen die Verstümmelung und Institutionalisierung der TCM. Auch dort wird erkannt, dass Chinesische Medizin ohne die Verwurzelung in den Klassikern und ohne Verständnis der Philosophie nicht fruchtet. Philosophie und Medizin waren seit Beginn in China jedoch eine untrennbare Einheit. Und in dieser Einheit liegt auch die hohe Bedeutung dieser Medizin. Der Begriff Philosophie beinhaltet die Ganzheit aus intuitiver Einsicht, intellektuellem Wissen und allen konkreten Maßnahmen, um die Kunst zu vollbringen, das Leben zu erhalten. Die Therapie muss darauf zielen, die selbstregulierenden Kräfte im Patienten zu aktivieren. Der Mensch als Patient muss aus Sicht der klassischen Chinesischen Medizin als Individuum gesehen werden, und zwar als einzigartige Persönlichkeit, die aufgrund ihrer Lebensumstände bestimmte, individuelle Symptome entwickelt, die eine ebenso individuelle Therapie erfordert, die exakt auf die Bestimmung und die Bedürfnisse des speziellen Falles zugeschnitten sind, statt standardisierter Vorgehensweisen. Diese Kunst auszuüben und weiterzugeben sollte das Ziel aller Therapeuten, Dozenten und Verbände sein, um Chinesische Medizin mit Seriosität und Qualität zu dem Markenzeichen zu machen, das sie verdient zu sein.

Chinesische Medizin ist weniger eine Bezeichnung für ein greifbares, abgerundetes Medizin-system als ein Sammelbegriff. Hinter dieser Bezeichnung stehen vielmehr zahllose, diagnostische, therapeutische und philosophische Modelle, die sich im Laufe der langen Geschichte Chinas herausgebildet haben. Der Terminus »Traditionelle Chinesische Medizin« (TCM) ist heute in aller Munde. Es wird versucht, diesen zu einem Markenzeichen zu machen; Marke im Sinne einer einheitlichen Lehre, die auf einer soliden, traditionellen Ausbildung beruht und damit ein Gefühl von Seriosität und Qualität suggerieren soll.
Was verbirgt sich hinter der Phrase der TCM, wie sie in der heutigen Volksrepublik China gelehrt und praktiziert wird, bzw. auch im Westen?
Der Begriff TCM ist erst ca. 50 Jahre alt und wurde von Mao Zedong geprägt. Nach der Abdankung des letzten Kaisers hat die republikanische Guomindang-Regierung unter Sun-Yatzen die klassische chinesische Medizin politisiert als Symbol für die Rückständigkeit und Reformbedürftigkeit des modernen Chinas. Mit dem Machtwechsel in den Kommunismus hatte sich an dieser Einstellung nichts verändert. Im Rahmen der Kulturrevolution wurden auch die Ärzte als Intellektuelle, ?die sich was Besseres dünken? politisch unter Druck gesetzt und der politischen Umerziehung unterworfen. Aufgrund der miserablen Verhältnisse kam es 1953 zu einer scheinbaren Kursänderung gegenüber der chinesischen Medizin. Grund hierfür war die zu starke Abhängigkeit Chinas von der Sowjetunion, gerade auch im Bereich der Versorgung mit medizinischen Gütern und moderner Medizingeräte, sowie die desolate Gesundheitslage im Reich mit mangelnder Infrastruktur bei Verarmung und Hunger unter der Bevölkerung. Unter patriotischer Flagge wurde nun verkündet, ?die Chinesische Medizin ist ein großes Schatzhaus, das wir gründlich ans Licht holen und weiter entwickeln sollten?. Die alten Lehrer blieben weiterhin von allen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und durften weiterhin nicht lehren. Der Aufbau der neuen TCM kam nun in die Hände von Funktionären, deren Aufgabe war, eine Kurzausbildung zu schaffen mit dem Ziel, die Absolventen mit dem allernötigsten Wissen zur praktischen Tätigkeit zur Bevölkerung schicken zu können. Die Schüler verfügten nur über niedriges Bildungsniveau und bekamen rudimentäre theoretische Grundlagen, die um standardisierte Vorgehensmaßnahmen und Verfahren ergänzt waren. Seit den 1980ger Jahren wurde das Medizinstudium in China nach westlichem Vorbild wieder aufgewertet. Dennoch kam es zur weiteren Verflachung der TCM, die heute praktisch den Status eines Nebenfaches innehat.
Die TCM-Therapie in der heutigen Volksrepublik erfolgt parallel zur schulmedizinischen Therapie anhand westlicher Diagnostik und Terminologie. Selbst die Dozenten an den Hochschulen in China sehen die TCM offiziell als der westlichen Medizin untergeordnet an. Und wer die seltene Gelegenheit hat, dort hinter die Kulissen der offiziellen Ausbildung zu schauen, stellt mit Erstaunen fest, dass die Kollegen und Dozenten bei sich selbst schnell zur Allopathie greifen, denn zu Nadel oder Kräutern? Die Einzigartigkeit und Besonderheit der Chinesischen Medizin wurde fast bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt zugunsten steriler Institutionalisierung. In den letzten Jahren regt sich auch in China mehr und mehr Widerstand seitens Wissenschaftlern und Dozenten. Langsam wird erkannt, dass Chinesische Medizin ohne die Verwurzelung in den Klassikern und ohne Verständnis der Philosophie nicht fruchtet.
Doch was ist bei dieser Entwicklung verloren gegangen, wo sind die gravierenden Unterschiede zur eigentlich traditionellen, klassischen Chinesischen Medizin?
Verwurzelt ist die Chinesische Medizin in der Naturreligion. Krankheit wurde zuerst einem Fluch der Ahnen, dem Einfluss von Dämonen oder kleinen Parasiten zugeschrieben. Ziel der Maßnahmen war, diese bösartigen Wesen zu vertreiben. Naturreligion bedeutet v.a. aber ein starkes Verwurzeltsein in der Natur mit intensiver, achtsamer Beobachtung der Vorgänge der Natur. Die empirische Heilkunde wurde unter Einfluss des Daoismus und des Konfuzianismus zur Medizin weiterentwickelt und basiert auf der Annahme, dass Gesundheit bedeutet, im Einklang mit der Natur und in Balance mit den Kräften des Universums und der Gesellschaft zu leben.
Philosophie und Medizin waren seit Beginn an also eine untrennbare Einheit. Zhang Xichun, einer der großen Medizinwissenschaftler seiner Zeit in China, veröffentlichte bereits 1933: ?Die meisten der heutigen medizinischen Fachartikel scheinen die Ansicht zu publizieren, dass unsere historische Philosophie den Fortschritt der Medizin behindere. Diese Autoren verstehen offensichtlich nicht die funktionale Kraft, die dem philosophischen Wissen eigen ist. Darüber hinaus verstehen sie auch nicht, dass Philosophie in Wirklichkeit die Quelle aller medizinischer Information ist. Im Klassiker Shijing ist folgende Zeile enthalten: Wenn Du die Weisheit begreifst, die im Wirken des Universums enthalten ist und im Bereich der Philosophie ausgedrückt wird, dann wirst Du in der Lage sein, Deine Gesundheit zu erhalten. Wenn wir uns deutlich machen, was hier geschrieben steht, dann erklärt uns dieser Klassiker, dass wir zuerst eine natürliche Einstellung einnehmen müssen, um die zeitlose Weisheit der Philosophie zu erfassen. Dann müssen wir die praktischen Details, die in der Philosophie enthalten sind, ergründen. Damit eröffnet sich uns dann der einzige Weg, um unseren physischen Körper zu erhalten. Es war genau diese Abfolge von philosophischer Gesinnung, von philosophischem Wissen und die konsequente Anwendung konkreter medizinischer Praktiken, die von den weisen Ahnen der chinesischen Medizin als das Dao der Erhaltung des Lebens bezeichnet wurde. Der Begriff Philosophie beinhaltet folglich die Ganzheit aus intuitiver Einsicht, intellektuellem Wissen und allen konkreten Maßnahmen, um die Kunst zu vollbringen, das Leben zu erhalten.?

In diesem Sinne ist auch der Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin, das Neijing, zu bewerten. Es ist eine medizinische Abhandlung, und startet dennoch mit einer philosophischen Erklärung: Zu früheren Zeiten hätten die Weisen, die noch den Weg des Dao verstanden, im Einklang mit der Natur und den Gesetzen des Universums gelebt. Sie hätten das Dao noch verstanden, welches auf dem Wechselspiel der beiden polaren Kräfte des Yin und Yangs basiert. Sie wussten noch, Körper, Geist und Seele zu pflegen durch Mäßigkeit im Essen und Trinken und durch Einhalten eines regelmäßigen Schlafrhythmus. Aufgrund dieser Disziplin und Achtung der Gesetze der Natur konnten sie ein hohes Alter über 100 Jahre hinaus, erreichen. Aus Sicht des Neijing ist Medizin die Wissenschaft von der Erhaltung des Körpers mittels der Weisheit der Jahrhunderte ? Philosophie.
Hier fällt nun auch konkret der Begriff des Geistes. Gesundheit wird nicht nur auf die Physis bezogen, sondern Körper, Geist und Seele werden als eine Einheit verstanden. Die Konstitution eines Menschen wird laut der Chinesischen Medizin durch Qi, Jing und Shen gebildet. Diese drei Begriffe definieren die körperliche und seelische Struktur des Individuums und hängen untrennbar zusammen. Jing ist die materiellste und bringt die beiden feinstofflicheren Energien Qi und Shen hervor. Qi ist feiner als Jing, aber materieller als Shen. Qi nährt, wärmt, schützt und stützt den Körper und die Seele. Shen ist das Bewusstsein. Durch die Vereinigung von Qi und Shen kommt es zur Wechselwirkung zwischen Physis und Psyche, erst so kann Leben entstehen.
?Um Akupunktur wirksam einsetzen zu können, muss man zuerst den Geist heilen? (Neijing)
Was versteht die Chinesische Medizin unter Geist/Shen? Dieser philosophische Begriff ist nicht leicht zu erfassen. Shen stellt die Einheit des Lebens dar, nachdem sich die Jing vereinigt haben. Maciocia als Vertreter der eher wenig spirituell ausgerichteten TCM schreibt, der Zustand des Geistes sei vor allem ein Resultat des Zusammenwirkens von Jing und Qi. JingShen bedeute Bewusstsein und demonstriere die Interaktion und Integration von Körper und Geist, die typisch sei für die Chinesische Philosophie. JingShen könne dann auch Kraft, Vitalität und Antrieb bedeuten, allesamt Eigenschaften, die nur bei gleichzeitiger Gesundheit und Stärke von Jing und Shen bestehen könne. Hinter Shen verberge sich mehr als nur der Intellekt, sondern es drücke die ganze Sphäre emotionaler, mental-intellektueller und spiritueller Aspekte desd menschlichen Wesens aus und umfasse nicht nur das Herz, sondern die Äußerungen aller anderen Organe, v.a. der Zang.
Allein Shen ermöglicht dem Mensch Zutritt zur wahren Erkenntnis, zur Wahrnehmung der innersten Natur, zum Erkennen der natürlichen wie himmlischen Ordnungen der Wesen und Dinge. Diese Stütze des Sichtbaren ist selbst unfassbar, denn ?Das Mysterium (das tiefe Mysterium, das das ursprüngliche Mysterium ist) bringt die Geistigen Welten /Shen hervor? (Neijing). Shen ist der Himmel in uns, der uns leitet. Er behütet uns, wir müssen ihn behüten. Zhang Jiebin drückt das so aus: ?Wenn wir die Geistigen Welten/Shen unterdrücken, gehen sie verloren; wenn wir sie zufrieden lassen, bleiben sie. Folglich ist das Wichtigste in dem Verhalten und der Lebensweise eines Seins der Unterhalt der Geistigen Welten /Shen; danach erst kommt der Unterhalt des Körpers.?
Der Geist ist also der ewige Aspekt unseres Seins, der sich als Seele in unserem Sein für die Dauer unserer irdischen Existenz inkarniert. Dieser Geist lässt sich wiederum in verschiedene Aspekte oder Unterseelen differenzieren. Die Physis wird von der animalischen Geistseele P`o gesteuert, dem Ausdruck der Lungen. Die Hun-Seele der Leber kontrolliert das bewusste und unbewusste Denken, die Yi-Seele der Milz dagegen die Reflexionsfähigkeit. Unter Zhi der Nieren verstehen die Chinesen die animalische Willenskraft. Shen als Aspekt des Herzens stellt dagegen das göttliche Bewusstsein dar. Und alle gemeinsam sind der Ausdruck von Shen, den geistigen Welten des Menschen.

Im Neijing steht weiter: ?Akupunktur wirkt so: wenn Lebenskraft und Lebensenergie des Menschen nicht dessen eigenen Willen antreiben, kann seine Krankheit nicht geheilt werden?, wie kann dann eine Krankheit geheilt werden, wenn im Körper keine geistige Kraft mehr vorhanden ist?? Dieses Zitat verdeutlicht, wie wichtig die Behandlung auf der geistigen Ebene ist, um so Einfluss auf die körperliche Ebene zu bekommen. Nicht der Arzt heilt den Patienten, sondern der eigene Lebenswille des Patienten heilt diesen selbst. Die Therapie muss also darauf zielen, die selbstregulierenden Kräfte im Patienten zu aktivieren, um so auf allen Ebenen die Imbalance auszugleichen.
Die Betonung der Bedeutung des Geistes weist uns aber auf noch etwas mit aller Dringlichkeit hin: Der Mensch als Patient muss aus Sicht der Chinesischen Medizin als Individuum gesehen werden, und zwar als einzigartige Persönlichkeit, die aufgrund ihrer Lebensumstände bestimmte, individuelle Symptome entwickelt. Diese Symptome gilt es sorgfältig zu sortieren und zu bewerten, um die Erkrankung mit ihren speziellen Symptomen dann in seiner Ätiologie zu erfassen, zu einem Syndrom zuzuordnen, um daraus geeignete Therapiestrategien zu erfassen. Ted Kaptchuk erwähnt in seinem Grundlagenwerk das Beispiel der sechs Patienten mit Magenschmerzen: nach westlicher Auffassung ergaben die Untersuchungen die einheitliche Diagnose Magengeschwür. Betrachtet man die Symptomatiken dieser Patienten aber im Sinne der Chinesischen Diagnostik, zeigt sich, dass sechs sehr unterschiedliche Erkrankungen vorliegen, die zum Teil konträr behandelt werden würden. Selbst bei identischem Syndrom kann dennoch eine andere Entstehungsgeschichte vorliegen, die in der Therapie beachtet werden muss.
Und dies führt alle vergleichenden Studien zur Wirkung der Chinesischen Medizin mit modernen, wissenschaftlichen Methoden (in Deutschland z.B. die Gerac-Studie etc.) ad absurdum. Es kann nicht darum gehen, sich mit Gewalt in der westlichen Schulmedizin zu legitimieren, indem alles einer ?wissenschaftlichen? Untersuchung mit ungeeignetem Set-up unterworfen wird und nur noch Akzeptanz findet, was scheinbar beweisbar ist? Der Mensch in seiner Ganzheit kann und darf nicht ausgeklammert werden. Dann verbliebe nur noch ein rudimentäres Skelett der Chinesischen Medizin, das in Formeln und Standards erstarrt. Das erklärt dann auch, warum mancher Dozent an anerkannten Universitäten in China privat eine kleine Praxis betreibt, in der er heimlich ganz anders arbeiten kann, plötzlich wieder mit be-Geist-erung behandelt, wie ich es selbst in Beijing erlebt habe. Auseinandersetzung mit den Prinzipien, Hinterfragen der Philosophie, Integrieren neuer Erkenntnisse, das alles kann und muss auch geschehen. Aber dennoch muss der Mensch in seiner Ganzheit respektiert werden.
In der heutigen Zeit sind Erkrankungen in den Industriekulturen mehr und mehr stressinduziert, weil die Menschen überbelastet werden, v.a. in einer ?unnatürlichen? Weise. Gerade hierin liegt doch aber die große Bedeutung der klassischen Chinesischen Medizin, wie auch von Lonny S. Jarrett betont wird, dass der Sinn der Therapie eben im ?Nourishing Destiny? läge, im Unterstützen der persönlichen Bestimmung des Patienten anstelle standardisierter Vorgehensweisen. Dies aber kann man nicht aus Lehrbüchern lernen. Um die Nadel wirklich ?als Pfeiler der Seele? einzusetzen zu können, wie Josef Müller diesen Stil beschreibt, muss sich der Akupunkteur und Schüler intensiv mit dem Leben in all seinen Formen auseinandersetzen. Er muss lernen, mit all seinen Sinnen wahrzunehmen, wie sich das Leben in der Natur und auch in seinem Patienten widerspiegelt. Er muss hören, sehen, riechen, fühlen lernen. Das kann man nicht theoretisch erfassen, denn wie riecht ein Ungleichgewicht im Herzen, wie fühlt sich ein Puls an, wenn dem Patienten alle Hoffnung erloschen ist, wie klingt der Unterschied in der Stimme bei Hoffnungslosigkeit, weil man keine Freude mehr aufnehmen kann, oder weil ohnehin alles Leben sinnlos und ungreifbar erscheint? Dies sind die Lerninhalte, die nur mit Hilfe von qualifizierten Dozenten zu erarbeiten sind, die der Schüler unter Supervision am Patienten erleben sollte. Definitionen, Syndrome und deren Leitkriterien, Formeln, das sind die Lehrinhalte, die von jedem Einzelnen auswendig gelernt werden können und müssen, ebenso wie die Lehrbuch-Lokalisationen der Akupunkturpunkte. Dieses Wissen kann im Multiple-Choice-Test einfach abgefragt werden, nicht aber die Fähigkeit des Therapeuten, den Patienten in seiner Ganzheit zu erfassen, aus dem Strauss an Symptomen die individuelle Geschichte und Situation des Organismus zu erfassen, für diesen Patienten persönlich die exakt passenden Punkte in der Therapie auszuwählen. Hierin liegt der Unterschied zwischen standardisiertem, stupidem Handwerk (verweist z.B. bei Nackenschmerzen stereotyp auf den einen gelisteten Akupunkturpunkt, der magische Punkt für Symptom XY) und der Kunst der Chinesischen Medizin, das Leben zu erhalten. Letztere zu erhalten sollte unser Anliegen sein, ob als Therapeut, Dozent, Schule oder Verband, ob in Deutschland, China oder weltweit.

Quellenangaben und Literaturhinweise

© Silja Thiemann. Alle Rechte liegen bei der Autorin.

Siehe auch: Akupunktur · Lebenspflege nach chinesischer Medizin · Moxibustion · Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Veröffentlicht am 14.11.2006, zuletzt geändert am 25.02.2011.

Literatur

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