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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Familienskulptur

Autor: Niklas Tartler, Ruffinistr. 33, 80637 München
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Die Familienskulptur ist eine familientherapeutische Methode, bei der die Klienten ein systemisches Verständnis über sich selbst, die Beziehungen zu anderen Menschen und über ihre Familienkonstellation schaffen. Die »Familienskulpturen« sind dabei symbolisch dargestellte Beziehungen und das Verhalten von Familienmitgliedern zueinander. Dadurch werden Bindungen und Kommunikationsabläufe sichtbar, Beziehungskonflikte können erkannt und gelöst werden.

Die Familienskulptur-Arbeit ist der Ursprung der Familientherapie in der Praxis. Sie wurde von Virginia Satir in den 60er Jahren in den USA mit Methoden der Sozialarbeit entwickelt. Virginia Satir hat den Zusammenhang zwischen körperlichen und gleichzeitigen verbalen Aussagen untersucht und wichtige Folgen einer nicht kongruenten Aussage in der zwischenmenschlichen Kommunikation entdeckt, in der also die Körpersprache dem Gesagten nicht entspricht oder sogar widerspricht: Sage ich beispielsweise einem Partner »Ich liebe Dich« und drehe mich gleichzeitig weg, so sind dies zwei verschiedene Aussagen, die den Empfänger der Botschaft irritieren.

Satir machte sich auf die Suche nach der Ursache dieser nicht kongruenten Aussagen und erkannte, dass diese etwas mit dem dem Selbstwertgefühl zu tun haben: Vielleicht fürchte ich mich, zu meinen Gefühlen zu stehen und möchte mich schützen. Ich glaube möglicherweise, eine »Abfuhr« nicht verarbeiten zu können und nehme mich daher etwas zurück. Diese Verhaltensweisen und Grundannahme über mich habe ich irgendwo gelernt, vermutlich in meiner Herkunftsfamilie, meinem ursprünglichen Familiensystem. Dabei haben die Eltern ihrerseits eine Familiengschichte, wodurch unser Verhalten und unsere Annahmen eine Historie und auch einen Sinn erhalten.

In der Familienskulptur kann jeder seiner emotionalen Aussage einen körperlichen Ausdruck geben, wodurch unsere inneren Annahmen und Einstellungen sichtbar werden. In der Skulptur können wir die uns bisher verborgenen Aussagen einer Kommunikation entschlüsseln und neue Positionen und Haltungen im Familiensystem suchen und entwickeln. Um komplexere Fragen zu beantworten, spielen auch die Großeltern oder Urgroßeltern eine Rolle. In der Familienrekonstruktion erforscht man diese Zusammenhänge, um Familiengeschichten zu verstehen.

Die Vorteile der Skulpturarbeit liegen in der hohen Transparenz für den Klienten und Fragenden. Sie lebt von der Dynamik des Systems und den Lösungen, die es selbst, also dessen Stellvertreter »vorschlagen«. Die Lösung liegt in der Versöhnung bzw. im Einnehmen des richtigen Platzes im System.

© Niklas Tartler. Alle Rechte liegen beim Autor.

Siehe auch: Familienaufstellung

Veröffentlicht am 31.10.2007, zuletzt geändert am 25.02.2011.

Literatur

Adressen zum Thema »Familienskulptur«

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