Gesunder-Mensch.de (Logo)

Adressen Termine Lexikon Web Bibliothek Registrieren Login

Bitte geben Sie für die Regionalsuche ein Stichwort und einen Ort ein.
KARTE  |  METHODEN  |  ORTE  |  ALLE THERAPEUTEN & BERATER
AUSBILDUNG |  PSYCHOSOZIALE AUSRICHTUNG  |  HÄNDLER

Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Heiltees

Autorin: Doris Rauschert, Berlepschstr. 2, 14165 Berlin
Externer LinkHomepage im Internet

Der Tee überflutet die Seele unmittelbar wie eine Stimme. Seine Bitterkeit erinnert an den Nachgeschmack eines guten Rates. (Wang-Yü-Cheng)

Die Kunst der Heiltee-Zubereitung

Heilpflanzentee ist ein heißes Aufgussgetränk, das aus gesundheitsfördernden Pflanzenteilen zubereitet wird. Heilpflanzen richtig und sachgemäß zubereitet und angewendet können Linderung und Heilung im Krankheitsfall verschaffen und eine Alternative zu chemischen Arzneien sein.

Heilpflanzentees sind von alters her die meist genutzte Arzneiform. Wir unterscheiden dabei Teezubereitungen aus einzelnen Heilpflanzen oder aus Kräutermischungen. Um die heilsamen Inhaltstoffe optimal zu nutzen, ist die richtige Zubereitung eines Heiltees wichtig. In der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) wird die Zusammensetzung der Tees und deren Zubereitung auf jeden Patienten individuell nach Krankheitsfall, Konstitution, Alter, Geschlecht und besonderen Befinden abgestimmt und zusammengestellt.

Wie Heilpflanzen in der Heilkunde angewendet werden, macht in der Wirkung einen großen Unterschied: ob frisch oder getrocknet, Teile oder die gesamte Pflanze, als Tinktur oder als Tee. Jede Form der Verarbeitung verändert die Wirkung und muss vom Therapeuten beachtet werden. Bei der Teezubereitung spielt die Ziehzeit eine wesentliche Rolle.

So werden zum Beispiel bei einem Salbeiauszug in den ersten Minuten aus der Teedroge die ätherischen Öle und nur wenige Bitterstoffe herausgelöst. Bei einer längeren Ziehzeit lösen sich vermehrt die Bitter- und Gerbstoffe. Salbeitee 1-3 Minuten ziehen gelassen wirkt desinfizierend, appetitanregend und verdauungsfördernd. Bei einer Ziehzeit von 10-15 Min. wirkt die Droge zusammenziehend, schmerzlindernd und schweißhemmend.

Bei der Zubereitung von Heiltees wird zwischen Infus, Mazerat und Dekokt unterschieden:

Der Infus – heißer Aufguss – ist die häufigste Zubereitungsform. 1 gestrichener Teelöffel getrocknetes Kraut (entspricht 1 EL frischem Kraut) wird mit einer Tasse (150-200 ml) kochendem Wasser übergossen und 3-10 Minuten ziehen gelassen. Der Deckel sollte in der vorgesehenen Zeit nicht angehoben werden, damit die ätherischen Öle, die sich im Kondenswasser befinden, wieder in die Tasse tropfen können. Ein Infus eignet sich für zarte Pflanzenteile wie Blüten, Blätter oder fein zerkleinerte Wurzeln oder Rinden. Bei frisch gepflückten Pflanzen(-teilen) reicht eine Sekundenüberbrühung. Hierbei geben die Heilpflanzen, z.B. frische Pfefferminzblätter, ihre aromatischen Kräfte schnell an das Wasser ab.

Ein Mazerat ist ein Kaltwasserauszug und wird bei Pflanzen mit viel Schleim (Leinsamen, Isländisch Moos, Malve) angewendet. Die Drogen werden dazu 1-5 Stunden im kalten Wasser ausgezogen. Der abgeseihte Sud kann für Sitzbäder und Auflagen kurz erwärmt werden.

Wurzel- und Rindendrogen werden durch eine Abkochung (Dekokt) über 5-30 Minuten zubereitet. Die klein geschnittenen Drogen werden zunächst in kaltem Wasser angesetzt, zum Sieden gebracht und dann gekocht, kurz stehen gelassen und abgeseiht.

Eine Kombinationsmethode ist ein Infusmazerat. Hierbei werden harte Drogen mit ätherischen Ölen wie z. B. Baldrian oder Engelwurz erst als Infus zubereitet und anschließend mazeriert, d .h. der Ansatz bleibt bedeckt bis zum Erkalten stehen. Eine seltene Zubereitungsform ist ein Mazerationsdekokt, die bei kieselsäurehaltigen Pflanzen und manchen Wurzeln, Rinden und Hölzern ihre Anwendung findet. Die Pflanzenteile werden 12 Stunden in kaltem Wasser eingelegt und anschließend 10 ? 30 Min. gekocht. Erst nach diesem Prozedere lösen sich Inhaltstoffe wie z. B. die Kieselsäure aus der Pflanze oder die Wirkstoffe aus der getrockneten Hagebutte.

© Doris Rauschert. Alle Rechte liegen bei der Autorin.

Siehe auch: Phytotherapie

Veröffentlicht am 04.04.2008, zuletzt geändert am 25.02.2011.

Literatur

Adressen zum Thema »Heiltees«

Zur Lexikon-Übersicht

© 2017 Gesunder-Mensch.de - Portal für ganzheitliche Gesundheit.
ADRESSE ANMELDEN  |  BACKLINK  |  IHR VORTEIL  |  FORUM  |  MEDIADATEN  |  SITEMAP  |  NEWSLETTER  |  HILFE  |  AGB  |  KONTAKT  |  IMPRESSUM