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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Hildegard-Medizin

Autorin: Daniela Dumann, Nithackstraße 24, 10585 Berlin
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Heilung an Körper, Geist und Seele

Die Heilkunde der Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen wurde 1098 geboren und erhielt mit 42 Jahren von einer inneren, göttlichen Stimme den Befehl, das niederzuschreiben und öffentlich zu machen, was ihr kundgetan wird. Sie schreibt über die Elemente, über Mineralien, über Pflanzen und Tiere und über ?die Ursachen und die Behandlung der Krankheiten? – ein Buch, das auch heute noch die Grundlage der Hildegard-Heilkunde darstellt.
Über Jahrhunderte verschollen wurden die Originaltexte erst im 20. Jahrhundert wiedergefunden. Die Rezepturen sind inzwischen auch bei schweren und chronischen Erkrankungen erprobt. Wie Ayurveda und Traditionelle Chinesische Medizin ist die Hildegard-Heilkunde eine den ganzen Menschen betrachtende und umfassende Heilkunde, die neben dem Körper auch Geist und Seele im Blick hat. Dabei ist die Hildegard-Heilkunde in unserem Kulturkreis beheimatet und bringt unsere abendländisch, christliche Tradition zum Klingen.

Ernährungslehre

80% aller Erkrankungen in unseren Breiten sind heute ernährungsbedingt. Die Ernährung nach Hildegard von Bingen ist in erster Linie ausgerichtet auf Getreide, Obst und Gemüse. Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte, auf deren Konto die so genannten Zivilisationserkrankungen weitgehend zurückzuführen sind, bilden eher eine Ausnahme und werden vor allem zu bestimmten Heilzwecken eingesetzt. Demgegenüber spielen eine Reihe von Gewürzen eine wesentliche Rolle. Bertram, die römische Kamille, hilft dem Körper, alles für ihn Notwendige aus der Nahrung zu ziehen und reinigt den Darm. Galgant, eine dem Ingwer verwandte Wurzel, hilft bei Herzschmerzen, Engegefühl der Brust und hat, in der Küche verwendet, vitalisierende und belebende Wirkung. Quendel, eine dem Thymian verwandte Pflanze, reinigt die Haut und soll bei Neurodermitis, Schuppenflechte und allen anderen Hauterkrankungen möglichst häufig verwandt werden.

Hildegard von Bingen hat die Lebensmittel nach ihrer Subtilität eingeordnet, d.h. nach dem Heilwert für die menschliche Ernährung. Es werden weder Mengen noch Kalorien gezählt. Neben den 100% heilwirkenden Lebensmitteln wie Dinkel und Fenchel gibt es auch ?Küchengifte? wie Lauch und Pflaume, von deren Verzehr sie wegen der ?Schwarzgalle? fördernden Wirkung abrät. Rheuma- oder Gichtkranke können die positive Wirkung einer Weglassdiät beim Lauch ohne großes Risiko überprüfen und werden weniger Beschwerden bei sich feststellen. ?Eure Lebensmittel sollen eure Heilmittel sein? – mit der Hildegard-Ernährung ist es möglich, diesen Leitsatz umzusetzen. Diese Ernährung wirkt sowohl leistungssteigernd und gesundheitsstabilisierend als auch vorbeugend und nicht zuletzt heilend.

Kräuterheilkunde

35 Herzmittel, über 100 Rheumamittel, über 300 Hautmittel und über 100 Magen-Darm-Mittel kennt die Hildegard-Heilkunde. Dabei unterscheidet sie in ihren Texten zwischen Mitteln, die heilen und solchen, die das Leiden nur lindern können. Eine Fülle von Heilmitteln sind aus dem Bereich der Kräuterheilkunde.
Viele davon kann auch der Laie mit etwas Geschick im Kräutersammeln selbst herstellen, wie zum Beispiel den Wermuttrank. Hildegard nennt ihn den ?Meister gegen alle Erschöpfungen?. Aus Wermutsaft, Wein und Honig im Frühjahr gekocht hilft er nicht nur die grippebedingte Erschöpfung schnell zu überwinden, sondern er dient auch als Prophylaxe gegen Arteriosklerose und als Kur über die Sommermonate angewandt gegen die häufig anzutreffende Erkältungsneigung, gegen Bronchitis und grippale Infekte.

Steinheilkunde

Sehr subtil und fein wirken die Heilsteine der Hildegard von Bingen. Bei Hildegard kommen eher seltene Edelsteine bzw. Halbedelsteine vor. Klassiker wie Rosenquarz, Türkis oder Granat wird man bei Hildegard vergeblich suchen. Neben ganz klar körperlichen Zuordnungen, wie die Verwendung des Jaspis bei Ischiasbeschwerden, kommen gerade bei der Edelsteinheilkunde einige Indikationen vor, die mehr im psychischen und geistigen Bereich, also ?im Bereich der Luftgeister? liegen.
So soll der Chrysopras nicht nur bei Rheuma sondern auch bei Besessenheit helfen. Der Amethyst findet Verwendung bei Erkrankungen der Haut, aber auch bei Traurigkeit. Nach Hildegard kann man den Amethyst auch als Schutzstein gegen Schlangen und Nattern anwenden. Und zwar sowohl im realen als auch im übertragenen Sinn als Schutz gegen wenig wohlmeinende Mitmenschen.

Nach Hildegard ist der Mensch von Natur aus gesund. Krank wird er erst dann, wenn er aus dem Einklang mit Gott und der Natur fällt. Nicht nur der Körper braucht Unterstützung, um wieder gesund zu werden, auch Geist und Seele wollen unterstützt werden. Ein Weg zur Rückbesinnung auf das Wesentliche können Entgiftung und Reinigung durch Aderlass und Heilfasten sein. Ein anderer die Beschäftigung mit wenig geliebten Eigenschaften oder ganz offensichtlichen Untugenden. In der Hildegard-Therapie wird die Rückbesinnung durch Meditationen, Affirmationen und durch die Arbeit mit speziellen Symbolen unterstützt. Mit Elementen aus allen vier Bereichen wird für den Einzelnen ein individuelles, für das Beschwerdebild passendes Therapiekonzept erarbeitet.

© Daniela Dumann. Alle Rechte liegen bei der Autorin.
Veröffentlicht am 15.01.2007, zuletzt geändert am 25.02.2011.

Literatur

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