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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Homöopathie

Autorin: Gabriele Ermen, Walther-Rathenau-Str. 30, 64646 Heppenheim
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Allgemeines

Bei der Homöopathie handelt es sich um eine ganzheitliche Therapieform, bei der aufgrund der genau beobachteten Symptome eines Patienten ein Arzneimittel herausgesucht wird, das mit der Gesamtheit der Symptome möglichst gut übereinstimmt. Dieses Arzneimittel wird meist in Form von Globuli (kleinen Kugeln aus Milchzucker) oder als Tropfen in alkoholischer Lösung gegeben, manchmal auch in Tablettenform.
Behandelt werden mit der Homöopathie alle Arten von Erkrankungen, sowohl körperlichen als auch seelischen Ursprungs. Auch bei chronischen Erkrankungen, die als ?unheilbar? eingestuft wurden, können u.U. durch die Homöopathie Heilung oder zumindest Linderung erreicht werden.

Geschichte

Die Homöopathie wurde in der Zeit um 1800 von Samuel Hahnemann (1755 – 1843) entwickelt. Er entdeckte bei seinen Forschungen, dass die Einnahme von Chinarinde, die zur damaligen Zeit zur Behandlung von Malaria benutzt wurde, bei gesunden Menschen Fieberschübe auslöst. Er machte weitere Versuche mit anderen Arzneisubstanzen und bestätigte immer wieder, dass sie die Symptome auslösen können, die auch bei den Krankheiten vorkommen, für deren Heilung sie benutzt werden. Damit hatte er einen Beweis für Paracelsus Aussage gefunden, dass Ähnliches durch Ähnliches geheilt werden kann (Ähnlichkeitsprinzip).
Daraufhin begann er, auch andere Substanzen pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ursprungs zu untersuchen, die bis jetzt noch nicht zur Behandlung von Patienten eingesetzt worden waren, um festzustellen, welche Symptome diese erzeugen. Diese Vorgehensweise nannte er Arzneimittelprüfung. Hatte er einen Patienten, der genau diese Symptome aufwies, gab er ihm diese Substanz und konnte feststellen, dass sie ihn heilte.
Da diese Substanzen teilweise sehr giftig waren, musste er einen Weg finden, sie in »harmlose« Mittel zu verwandeln. Deshalb versuchte er, sie zu verdünnen: Er verrieb die Substanzen mit Milchzucker, löste diesen in Alkohol auf, gab von dieser Lösung einen Teil auf 99 Teile Alkohol und verschüttelte das Ganze 100mal. Da diese 1%-ige Lösung teilweise immer noch beträchtliche Nebenwirkungen hervorrief, löste er sie wieder in 99 Teilen Alkohol auf und verschüttelte wieder. Dieses Verfahren wiederholte er so oft, bis die Substanz keine unerwünschten Nebenwirkungen mehr hervorrief. Dabei stellte er fest, dass entgegen aller Erwartungen die Heilwirkung des Mittels durch das wiederholte Verdünnen und Verschütteln wird immer größer wurde! Dieses Verfahren nannte er »Potenzieren«.

Seine Erkenntnisse verfasste Hahnemann in dem Buch ?Organon der Heilkunst?, dessen erste Auflage 1810 erschien. Die sechste, stark überarbeitete Ausgabe, die er 1842 schrieb, wurde erst 1921, also 78 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht.
Der §2 dieses Organons fasst das Ideal der Homöopathie sehr treffend zusammen:
?Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.?
Das bedeutet, dass nicht einfach Symptome beseitigt werden sollen, sondern die Krankheit von innen her geheilt werden soll, was die Symptome zum Verschwinden bringt. Außerdem bedeutet es, dass nachteilige Nebenwirkungen nicht toleriert werden.

Weitere Entwicklung

Durch die Arzneimittelprüfungen Hahnemanns und seiner Schüler und Nachfolger gibt es inzwischen Arzneimittelprüfungen für über 2000 Substanzen. Es wurde ein ausgeklügeltes System entwickelt, wie aus dieser Vielzahl das passende Mittel für einen Patienten herausgesucht werden kann (?repertorisieren?).
Die Lehre der Homöopathie wurde im Laufe der Jahre und Jahrhunderte von Hahnemann und seinen Anhängern immer weiter ausgereift. Dabei entstanden unterschiedliche Lehrmeinungen, nicht zuletzt dadurch, dass die Erkenntnisse, die Hahnemann in seinen letzten Lebensjahren gewann, und die er in der sechsten Auflage des Organons veröffentlichte, so lange nicht bekannt gewesen waren und manche Homöopathen an dem festhalten wollten, was sie jahrzehntelang mit Erfolg praktiziert haben. Nun gibt es verschiedene Ausrichtungen, die sich zwar gegenseitig stark kritisieren, jedoch alle Behandlungserfolge vorweisen können.

Was erwartet den Patienten bei der homöopathischen Behandlung?

Jeder Behandler kann ein unterschiedliches Vorgehen haben, je nach Richtung, die er gelernt hat. Doch zumeist beginnt die Behandlung mit einem ausführlichen Gespräch (Erstanamnese), in dem sich der Behandler ein Bild macht über den Patienten, seine Symptome, seine Krankheitsgeschichte und das Ereignis, das die Erkrankung ausgelöst hat.
Dieses Gespräch kann ein bis drei Stunden dauern. Aus den gewonnen Informationen sucht der Behandler das homöopathische Mittel aus, dessen Symptomengesamtheit am besten mit der Symptomengesamtheit des Patienten übereinstimmt. Dazu kann er ein Buch (das Repertorium) benutzen, in dem alle bekannten Symptome mit den dazugehörigen Arzneimitteln stehen, oder ein Computerprogramm. Manche Therapeuten versuchen auch, das Mittel mit einem Pendel oder mit kinesiologischen Tests auszutesten.
Das gefundene Mittel wird dann dem Patienten gegeben, manchmal nur eine einzige Gabe. Nach ein paar Wochen kommt der Patient dann wieder in die Praxis und berichtet, wie es ihm ergangen ist. Diese Folgegespräche sind meist erheblich kürzer als die Erstanamnese. Aus der Beschreibung seines neuen Zustands entscheidet der Behandler, ob er das Mittel wiederholt, eine höhere Potenz wählt, ein neues Mittel heraussucht oder auch, dass er das gegebene Mittel noch länger wirken lässt. Somit erfolgt die Behandlung grundsätzlich über einen längeren Zeitraum.
Die Geduld, die bei diesem Vorgehen dem Patienten und dem Behandler abverlangt wird, ist vor allem bei der Behandlung chronischer Erkrankungen notwendig. Dagegen kann eine akute Erkrankung, wie z.B. ein grippaler Infekt oder eine Verstauchung oft sehr schnell ausgeheilt werden.

Quellen:

© Gabriele Ermen. Alle Rechte liegen bei der Autorin.

Siehe auch: Chakra Blütenessenzen · Homöopathie bei Tieren · Homöosiniatrie · Phytotherapie

Veröffentlicht am 17.11.2006, zuletzt geändert am 25.02.2011.

Literatur

Adressen zum Thema »Homöopathie«

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