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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Jyotisha

Autor: Joachim Nusch, Am Fließ 21, 50181 Bedburg
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Jyotisha (Sanskrit) oder auch Jyotish ist die vedische Astrologie, also die Lehre des hinduistischen Indien, in der es um die Deutung der Stellung von Himmelskörpern geht. Damit verwandte spirituelle oder heilige Wissenschaften sind Ayurveda, Vastu und Yoga, die in den indischen Veden wurzeln:

Obwohl es sich bei den genannten vier Bereichen um grundverschiedene Ansätze handelt, verfolgen doch alle ein gemeinsames Ziel: Den Menschen darin zu unterstützen, seinen jeweiligen Zustand von Körper, Geist und Seele verstehen zu lernen und in die Ganzheit der Natur einzubinden.

Hierbei spielt Jyotish eine übergeordnete Rolle und setzt alle weiteren vedische und spirituelle Disziplinen in Zusammenhang. Von der Analyse und Deutung der Planetenkräfte, bis hin zur Diagnose und ayurvedischen Konstitutionsermittlung. Weitere Ansätze sind zum Beispiel Ratschläge für Tagesroutine, Körperpflege und Ernährung, Entschlackungsmethoden, Meditation, Körper- und Atemübungen. Sein eigentliches Ziel besteht darin, echtes Wissen über Körper, Seele, Bewusstsein, Gesellschaft und Umgebung zu erlangen und dadurch ein langes und erfülltes Leben zu ermöglichen sowie auftauchende Hindernisse zu meistern. Leider sind ayurvedische Ärzte nicht mehr vertraut mit diesem komplizierten astrologischen System, was aber zunehmend erkannt und und in den Ausbildungen eingebunden wird.

Ursprung

»Echtes Wissen (veda) umfasst materielles und spirituelles Wissen (jñana-viñjana). Wenn du es verstanden hast, wird es für dich nichts mehr weiteres zu erkennen geben.« (Bhagavad-Gita 7.2)

Der Ursprung liegt in einer der ältesten Hochkulturen der Menschheit, der 3.500 Jahre alten vedischen Kultur. Das Wort »Veda« stammt von der Wurzel »vid« (Wissen) und heißt wörtlich das Buch des Wissens, das Wissen der unveränderlichen und höchsten Realität. Die vier Veden sind die Rig, die Sama, die Yajur und die Atharva Veda. Die Veden umfassen eine mündlich überlieferte und später in Sanskrit gefasste Literatur, eine enorme Fülle von Poesie und philosophischen Dialogen, Mythen und rituelle Gesänge:

Die Veden beschreiben einen außergewöhnlichen historischen Einblick in den Hinduismus und bieten Einsichten in die frühe Entwicklung einer Reihe von fundamentalen wissenschaftlichen und philosophischen Prinzipien. Die vedischen Verse, die ein Ausdruck eleganter vedischer Sprache sind und ihren Ursprung im klassischen Sanskrit haben, wurden traditionell im täglichen Gebrauch der vedischen Gemeinschaft während heiliger Rituale und Zeremonien gesungen und rezitiert. Obwohl diese Texte schriftlich erstmals vor 1.500 Jahren festgehalten wurden, ist die hauptsächliche Form der Übermittlung in mündlicher Form bis zum heutigen Tage geblieben.

Der überragende Wert der vedischen Tradition besteht nicht nur im reichen Inhalt seiner mündlichen Inhalte, sondern auch in den einzigartigen Techniken die von den Brahmanenpriestern eingesetzt wurden, um das Wissen über Jahrtausende zu bewahren. Bis zum heutigen Tage ist dem Westen, trotz revolutionärem Einzug des Ayurvedas, der Wissenschaft des Lebens und der Lehrtätigkeit einzelner indischer Gururs, (Lehrer) der größte Wissensschatz der Veden verborgen und verschlüsselt geblieben.

Aktualität

Woher kommt die zunehmende Orientierung an östlicher Weisheit und Heilkunde in der heutigen Zeit? Mehr und mehr Menschen suchen spirituelle Antworten in den Überlieferungen der alten Veden. In dem rein wissenschaftlich und materiell geprägten Alltag der Bevölkerung der westlichen Hemisphäre besteht ein größer werdendes spirituelles Vakuum. Viele bedrohliche Erkenntnisse zeigen uns an, dass in unserem gewohnheitsgetriebenen Weltbild etwas Gravierendes falsch läuft. Wir müssen unser Weltbild, unsere festgefahrenen, einseitigen Vorstellungen und Glaubenskonzepte neu hinterfragen, definieren und neu gestalten. Eine Zeit, in der die Gesellschaft geprägt wird durch immer mehr Menschen, die unter massiven Streß, psychischen Störungen und emotionalen Traumata leiden, die das körperliche, geistige und soziale Wohlergehen im Alltag erheblich belasten.

Jeder vierte Deutsche – mit steigender Tendenz – soll unter einer behandlungsbedürftigen seelischen Störung leiden. Doch trotz beeinträchtigter Lebensqualität oder Beschwerdebild und nachlassender Leistung wissen nur wenige, was sie konkret belastet oder gar quält. Dazu zählen unter anderem:

Immer mehr Menschen fühlen sich von einer wachsenden Zahl von Umweltbelastungen gesundheitlich bedroht. Reizüberflutung, Überarbeitung, Zeitmangel, schlechte Ernährungsweisen, mangelnder Schlaf etc. des modernen Lebens führen dazu, dass erkannt wird, dass das Wissen des alten Indiens weit mehr als ein Angebot nur für spirituell Suchende darstellt. Viele Menschen haben erkannt, dass ganzheitliche Wissen des Vedas seelische, körperliche, ökologische und gesellschaftliche Gesundheit bewahrt, und fühlen sich daher von der Weisheit der vedischen Kultur angesprochen.

Jyotish-Beratung

Jyotish, der Name der Astrologie und Astronomie der Veden, ist ein Sanskritwort, das am besten mit die Wissenschaft vom Licht übersetzt wird, das Wissen über die kosmischen und irdischen Zusammenhänge. Von den sechs Vedangas oder Glieder der Veden wird es als das wichtigste angesehen, das wahre »Auge« der Veden, denn es ist durch das Studium von Jyotish, dass wir alles über unsere Umstände hier auf Erden sehen.

Die Astrologie ist die erste Wissenschaft des Menschen. Sie war das Fundament der ersten Kosmologie, die bei den alten Völkern den Bau und die Bewegung des Kosmos deuteten. Sie war die Wissenschaft vom Schicksal und machte irdische Ereignisse verständlich, weil deren Ursprung, so glaubte man, im Himmel lag. Jyotish ist weit mehr als nur Astrologie, wie sie im westlichen Sinne verstanden wird und wendet die Astrologie auf einer tieferen Ebene an, als allgemein üblich ist. Es bietet intensive Selbsterfahrung und geistige Schulung für das eigene spirituelle Wachstum.

Mit den eigenen Erfahrungen richtig umzugehen und diese mit einer geschulten Gesprächsführung zu begleiten, ist das Ziel einer Jyotish-Beratung durch den Jyotishi, den Jyotish Astrologen. Er wird in den persönlichen Gesprächen und Behandlungen mit vielen angestauten Emotionen und Problemen des Klienten konfrontiert. Die Menschen öffnen sich im Gespräch, lernen die unterschiedlichsten Einflüsse und Energien kennen, die auf sie wirken, kommen wieder in Kontakt mit sich selbst, mit ihrer Freude, ihren Erwartungen, ihrem Schmerz und ihren Erlebnissen. Sie erfahren mehr über den Weg den sie gehen können, ihren Potentialen, Chancen, Herausforderungen und Risiken und wie sie problematischen Tendenzen und Einwirkungen entgegen treten können.

Der wohl wichtigste Unterschied zwischen dem indischen und dem westlichen System liegt darin, dass dem Mond im indischen System eine weitaus bedeutendere Stellung zuerkannt wird. Das weibliche Prinzip wird wesentlich höher bewertet. Im heutigen Indien spielt die vedische Astrologie weiterhin eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen und politischen Leben. Damit wir die Bedeutung von Jyotish verstehen lernen, ist es wichtig zu wissen, dass sie als einer der »Schlüssel« zum geheimnisumwobenen spirituellen Erbe Indiens gilt. Jyotish offenbart die subtilen Einflüsse, die zu uns aus dem Universum kommen. Die besonderen Umstände, in die wir hineingeboren werden, sind das Resultat unserer Karmas von früheren Geburten. Das will nicht heißen, dass wir hilflos sind oder nichts tun können um unsere Umstände zu verändern, aber die äußeren Ereignisse unseres Lebens werden von unseren Handlungen aus der entfernten Vergangenheit bewegt. Dies zu wissen, hilft uns, unsere jetzigen Bedingungen zu akzeptieren und danach zu streben, die Zukunft durch die Handlungen in diesem Leben in einem besseren Licht zu formen. Das Ziel des Lebens ist es, jenseits aller äußeren Begrenzungen zu gehen und zu jenem ursprünglichen Selbst zurückzukehren, das unsere wahre Natur ist. Durch Jyotish können wir eine bessere Einschätzung bekommen, wie wir dieses Ziel erreichen.

Jyotish bietet gerade für den Einzelnen, trotz oder eben wegen der vielfältigen Krisen und Probleme der westlichen Welt einen Hoffnungsschimmer durch seinen Einblick in die lebendige Natur, den Einflüssen des Kosmos, unserem Universums und in ein neues Bewusst-Sein spiritueller Werte. Wir können lernen, dass die Welt in der wir leben, eine multidimensionale Schöpfung ist.

© Joachim Nusch. Alle Rechte liegen beim Autor.

Siehe auch: Yoga · Meditation

Veröffentlicht am 15.06.2008, zuletzt geändert am 25.02.2011.

Literatur

Adressen zum Thema »Jyotisha«

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