Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen
Moxibustion
Autorin: Silja Thiemann, Pescher Str. 99, 41352 Korschenbroich
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Der Name Moxibustion stammt vom japanischen Mogusa ab, d.h. brennendes, heilendes Kraut. Bei dem brennenden Kraut handelt es sich um die chinesische Unterart Ai Ye des Beifusskrautes. Das Kraut wird von Faseranteilen und Verunreinigungen gereinigt und ergibt eine feine »Wolle«, die sich zu kleinen Kugeln und Kegeln formen lässt. Eine qualitativ hochwertige Moxa verbrennt mit einem typischen Geruch, der an hochwertige Räucherstäbchen erinnert. Moxibustion wird von den meisten Patienten als sehr angenehm empfunden.
Streng genommen lässt sich die Moxibustion kaum von der Akupunktur trennen, denn die theoretischen Grundlagen der Medizin, auf der die Moxibustion beruht, ist die klassische chinesische Medizin (TCM und japanische Medizin als Unterkategorien). Im Chinesischen wird sie daher auch mit ZhenJiu bezeichnet, das entspricht der Übersetzung in Aku-Moxa-Therapie. Moxibustion wird im Westen von ausgebildeten Akupunkteuren eingesetzt. In Japan gibt es sogar getrennte Lizenzen zur Ausübung von Akupunktur und Moxibustion.
Unterschieden wird in direkte und indirekte Moxibustion. Bei der direkten Moxibustion wird eine kleine Portion Moxakraut direkt auf der Haut entzündet. Eingesetzt werden Kegel von ca. 1-2cm bis hin zu kleinsten Portionen mit Sesamkorngrösse, die jeweils am oberen Ende entzündet werden, dann ein Stück weit abbrennen dürfen. Narbenbildung wird vermieden, indem das brennende Moxakraut entfernt wird, bevor die Haut verletzt werden kann.
Bei der indirekten Moxibustion wird der Hautkontakt vom Moxakraut vermieden, indem z.B. eine Scheibe Ingwer zwischengelegt wird, oder das Moxakraut am Ende einer Akupunkturnadel befestigt wird. Es gibt auch gerollte Moxastangen, die entzündet werden und brennend in die Nähe des Akupunkturpunktes/Hautareales gehalten werden. Aufgrund ihrer einfachen Anwendung werden diese oft dem Patienten mitgegeben zur Weiterführung der Behandlung zu Hause.
Die beim Verbrennen entstehende Wärme dringt sehr tief ins Gewebe ein, vergleichbar mit Infrarotwärme. So kann mit Moxa dem Akupunkturpunkt Wärme und Energie zugeführt werden. Von der Art der Moxibustion hängt ab, ob eher die wärmende Eigenschaft im Vordergrund steht, oder mehr die nährende, energieauffüllende und bewegende Fähigkeit. Gerade bei geschwächten Patienten mit Mangelsyndromatik ist daher die Moxibustion der reinen Akupunktur oft vorzuziehen.
© Silja Thiemann. Alle Rechte liegen bei der Autorin.
Siehe auch: Akupunktur · Chinesische Medizin · Lebenspflege nach chinesischer Medizin · Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Veröffentlicht am 29.09.2006, zuletzt geändert am 10.02.2007.
Literaturempfehlungen
Hans-Ulrich Hecker, Elmar Th. Peuker und Angelika Steveling: Handbuch Traditionelle Chinesische Medizin: Umfassend und praxisnah: Akupunktur, Akupressur, 5-Elemente-Ernährung, Kräuter-Therapie, Moxibustion, Qi Gong, Tuina.
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