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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Musiktherapie

Autorin: Melanie Reimering, Oststraße 44, 59065 Hamm
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Heute findet man die Musiktherapie in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens. So gibt es verschiedene Therapiemodelle, die aber gleichsam seelische und körperliche Gesundheit erhalten und fördern wollen.

Rezeptive und Aktive Musiktherapie

In der rezeptiven Musiktherapie hören Klient/Therapeut gemeinsam Musik und sprechen danach über das Hörerlebnis. Durch das konzentrative Mithören wird die Selbstwahrnehmung verbessert und die Selbstheilungskräfte werden angeregt. Innerhalb der rezeptiven Musiktherapie unterscheidet man diese Formen:

1. Der Klang- und Musiktherapeut spielt Musik von Tonträgern
2. Der Therapeut spielt Klänge auf z.B. Klangschalen, Gongs, Monochord, Trommeln,...

Werden dem Klienten/Patienten Klänge vorgespielt knüpft dieses Klangerlebnis an sehr frühe Erfahrungen mit Klängen an. Diese emotionale Wirkung meditativer Musik ermöglicht eine körperliche und seelische Entspannung, die sich auch in Anwendungen von Klangtherapien entfaltet. Die rezeptive Musiktherapie versucht mit verschiedenen Musikformen wie z.B. fernöstlicher, europäischer oder klassischer Musik, in die Befindlichkeit des Klienten/Patienten einzugreifen. Die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und Gedanken steht dabei im Vordergrund.

Die aktive Musiktherapie legt ihr Interesse auf den Prozess des aktiven Spielens auf
Instrumenten. Besonders außereuropäische Instrumente haben einen hohen Aufforderungscharakter und bieten eine Möglichkeit zur aktiven Musiktherapie, also dem gemeinsamen Spiel auf den Instrumenten.
Eine strenge, genaue Abgrenzung von rezeptiver (passiver) und aktiver Musiktherapie gibt es allerdings in einer Therapiesitzung nicht. Aktivität und Passivität sind oftmals in einen natürlichen Wechsel, ergänzen sich und fließen ineinander.

Auf einfach zu spielenden Instrumenten findet eine Möglichkeit zur Selbsterfahrung und
Selbstfindung statt. Eine Musiktherapie ist immer dann hilfreich, um sich mit Gefühlen und Konflikten nonverbal auseinandersetzen zu können. Sie ist dann angeraten, wenn Menschen Probleme der Wahrnehmung und des Ausdrucks eigener Gefühle haben. Beide Therapieformen begleiten den Menschen in diesen manchmal schmerzvollen Prozess.

Allgemeine Ziele einer Musiktherapie

Wie wirkt die Musik in uns

In geschützter Umgebung, können durch das gemeinsame Musizieren und Improvisieren, tiefe seelische Bereiche geöffnet und therapeutisch zugänglich gemacht werden. Die Hauptkomponenten wie der Klang, lösen Gefühle aus und können in Klänge umgesetzt werden.
Eine weitere Komponente ist der Rhythmus der mit den körperlichen Empfindungen tief verwurzelt ist. Musiktherapeutisch wird der Rhythmus mit Störungen des Zeitgefühls, Planung und Einteilung verknüpft. Der Rhythmus ist haltgebend, denn wir kennen und erleben ihn in uns selbst. Körperliche Vorgänge wie der Herzschlag, Atemrhythmus, Schlaf- und Wachrhythmus begleiten unser Leben.
Die Melodie hat oftmals einen hohen Wiedererkennungswert. Diese spricht das Individuelle bzw. Persönliche in uns an. Die Musik ist die älteste und ursprünglichste Form, die zur Heilwerdung eingesetzt wird.

© Melanie Reimering. Alle Rechte liegen bei der Autorin.

Siehe auch: Maltherapie · Meditation · Klangtherapie nach Peter Goldman · Klangmassage

Veröffentlicht am 22.01.2007, zuletzt geändert am 25.02.2011.

Literatur

Adressen zum Thema »Musiktherapie«

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