Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen
Naturtherapie
Autor: Tilo Speer, Wilhelmshöher Straße 201, 60389 Frankfurt
Homepage im Internet
Die Naturtherpie als psychotherapeutische Methode wurde in Deutschland von Dr. Wernher Sachon entwickelt. Dabei handelt es sich um ein tiefenpsychologisches Verfahren mit existentialpsychologischer Ausrichtung. Es gibt vielfältige naturtherapeutische Anwendungsmöglichkeiten:
- Selbstbegegnung
Die Erfahrung der Selbstbegegnung in der Natur ist ein zentrales Anliegen. In speziellen Übungen wird darauf hingearbeitet, dass die Natur frei und unmittelbar erfahren werden kann. Alltagsbelastungen und einengende Persönlichkeitsstrukturen werden zurückgelassen. Die Patienten spüren wieder sich selbst, kommen in Kontakt mit Ihren Träumen und Sehnsüchten. Ihnen wird klar, wer Sie sind, worum es im Leben geht und was sie eigentlich wollen. - Spiegelung
Die Natur bietet einen Spiegel für das eigene Leben. Problematische Situationen finden ihre Entsprechung in Naturbildern: Bäche, die alles fortreißen oder ein abgestorbener Baum, der die Vergänglichkeit vor Augen führt. Die Bilder in der Natur verdeutlichen die Lebenssituation. - Wachstum und Loslösung
Die Begleitung von Entwicklungs- bzw. Wachstumsprozessen findet sich in den Übergangsriten wieder. Hier ist insbesondere die Visionssuche (Vision Quest) zu nennen, die aus der Tradition der amerikanischen Ureinwohner entliehen ist. In der Vision Quest wurde der Übergang der Jugendlichen in die Welt der Erwachsenen begleitet. In unserem Kulturkreis nutzen wir die Visionssuche und andere Übergangsriten, um Entwicklungs- und Veränderungsprozesse zu begleiten. Diese finden immer wieder in unserem Leben statt. Die rituelle Begleitung vereinfacht die innerliche Loslösung von alten und überholten Mustern, Strukturen und Rollenbildern. Die Anerkennung des neuen »Lebensgefühls« stabilisiert es und fördert das Wachstum der »reiferen Strukturen«. Durch die rituelle Begleitung wird auch die Loslösung von den Eltern (oder anderen Bezugspersonen) vereinfacht – das »Kindsein« wird aktiv beendet. - Einbindung und Verwurzelung
Das Gefühl des Verlorenseins, des Alleinseins, der mangelnden Einbindung in die Natur wird seit mehreren Jahren als Krankheitsverursachender Faktor diskutiert (vgl. Richard Louv: Last Child in the Woods: Saving Our Children from Nature-Deficit Disorder). In speziellen Übungen lernen sie sich in der Natur zu Hause zu fühlen, Teil des Ganzen zu sein. Sie fühlen sich eingebunden in etwas Größeres – spüren die Erde unter ihren Füßen und die Verbindung zur Natur und sich selbst. - Symbolisches Erleben
Das Begeben in die Natur auf der Suche nach einem Symbol für einen inneren Anteil geht auf die Arbeit von C.G.Jung zurück. In diesen Symbolen zeigt sich das Unbewusste. Es bietet einen Zugang auf in uns liegende heilsame Kräfte und verborgenes Wissen. Über die Arbeit mit dem Symbol hilft Ihnen Ihr Unterbewusstes auf Ihrem Weg. - Archetypische Erfahrungen
Das Naturerleben in all seiner Wildheit und Unvorhersehbarkeit, führt oft zu archetypischen Erfahrungen. Diese in all ihrer Kraft zu erleben ist ein großes Geschenk, dass einem in der Natur oft begegnet. Auch hier unterstützen entsprechende Übungen, um sich innerlich für diese Erfahrung zu öffnen.Gewinnen wir Zugang zu dieser durch uns fließenden Kraft, stehen wir den uns gegeben Aufgaben nicht mehr allein gegenüber: Die Archetypen in uns wirken und wir sind »nur noch« das Medium, durch das sie wirken.
© Tilo Speer. Alle Rechte liegen beim Autor.
Veröffentlicht am 19.01.2012, zuletzt geändert am 31.01.2012.
Literatur:
Adressen zum Thema »Naturtherapie«
© 2012 Gesunder-Mensch.de - Portal für ganzheitliche Gesundheit. Zuletzt geändert: 31.01.2012. (0,133 Sek.)
ADRESSE ANMELDEN |
BACKLINK |
IHR VORTEIL |
MEDIADATEN |
SITEMAP |
NEWSLETTER |
HILFE |
AGB |
KONTAKT |
IMPRESSUM
