Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen
OmGym
Autor: Andreas Döhrer, Lessingallee 5A, 16515 Oranienburg
Homepage im Internet
Entstehung
Aerial-Yoga und die Begeisterung für Tanz-Performances in der Luft mit bunten chinesischen Seidenbändern waren der Ausgangspunkt für die Entwicklung. OmGym bezeichnet sowohl die Tätigkeit, als auch die Ausrüstung, die maßgeblich von Sarah Kellet (omgym.com) entwickelt wurde. Om, aus dem Sanskrit, weist auf den inneren Frieden durch universale Verbundenheit. Gym, aus dem Griechischen, meint den Körper in seiner Ursprünglichkeit.
Bestandteile der Ausüstung
Ein Tuch in der Form einer Hängematte stützt und hält den Körper. Zwei Griffbänder mit jeweils drei Griffen auf verschiedenen Ebenen für Hände und Füße ermöglichen eine Vielzahl von Stellungen und Bewegungen. Zum Aufhängen werden (ähnlich wie bei einer Hängematte) zwei Deckenhaken im Abstand von 60 bis 130 cm, ein Balken, eine Stange, ein Ast an einem Baum oder ein spezielles Gestell benötigt.
Einsatz im Therapiebereich
Ausgehend von den Erfahrungen beim Partneryoga wird OmGym inzwischen auch als »schwebender Behandlungstisch« von Körpertherapeuten verwendet. Schwebend beschreibt hier ein entspanntes Körpergefühl, das sich (durch den Übergang in den vagotonen Zustand des Nervensystems) bei kleinen sanften Bewegungen meist einstellt. Ähnliches ist aus einigen Wassertherapien (z.B. Watsu) bekannt. Das weiche anschmiegsame Tuch überträgt Bewegungen auf andere Körperbereiche. Die Wahrnehmung der berührten Körperbereiche wird intensiver. Der/die Behandelnde kann ohne Mühe in entspannten Positionen arbeiten. Wesentliche Voraussetzung dafür: Das OmGym-Set ist in Bandschlingen eingehängt, die sich am Seil stufenlos in der Höhe verschieben lassen.
Einsatzgebiete
- Osteopathie, Craniosacrale Therapie, Ortho-Bionomy®
- Primärtherapie, Traumatherapie
- Feldenkrais® (Funktionale Integration)
Anwendung
- Fitness, Muskeltraining, Gewichtsreduktion, Stressmanagment
- Yoga, Partneryoga, Inversion
- Beckenbodentraining, Core-Training
- Geburtsvorbereitung, Rückbildungsgymnastik
- Rehabilitation, hubfreie Mobilisation
Yoga in der Luft (Aerial Yoga)
Das Omgym-Set fördert einen fließenden Yogastil (z.B. im Tri-Yoga) und unterstützt
- vor- und rückbeugende Asanas,
- sanftes Dehnen,
- Gleichgewichtstraining.
Kopfüber Hängen (Inversion)
Besonders geeignet ist es für Umkehr-Asanas, Inversionsstellungen und -bewegungen (Beine und Becken sind höher als Oberkörper und Kopf). Diese Stellungen sind für viele Erwachsene ungewohnt. Der Körper braucht Zeit, um sich allmähllich daran zu gewöhnen. Die entsprechenden Anweisungen und Kontraindikationen müssen beachtet werden. Es wird empfohlen, zu Beginn unter Anleitung eines ausgebildeten Trainers zu üben.
Kopfüber Hängen kann sehr wirkungsvoll sein, wie medizinische Studien (siehe Literaturhinweise) belegen:
- Rücken und Nacken können loslassen.
- Der Darm bekommt mehr Raum im Bauch und kann sich entspannen. Verstopfungen lösen sich oft schon dadurch.
- In den Beinen können das venöse Blut und die Lymphe besser abfließen.
- Das Drüsensystem wird angeregt.
- Emotionale Blockaden können sich lösen.
Tanz und Kontakt Improvisation (Aerial Dance)
Das OmGym-Set lädt Intuition, Spielfreude und akrobatisch tänzerische Interaktionen ein.
Wirkung
In der Wirkung ist OmGym vergleichbar mit anderen Fitness Aktivitäten:
- Vertiefung der Atmung
- Lockern von Muskelbereichen, Straffen der Haut, Beweglichkeit der Gelenke
- Verbesserung der Durchblutung
- Anregung des Stoffwechsels
- Stimulation des Immunsystems
- Entspannung und Vitalisierung des Nervensystems und der Sinnesorgane.
Von Vorteil sind kleine fließende Bewegungen mit kurze Pausen. Dann kann der Körper angesammelte Stoffe abbauen (durch bessere Versorgung mit Sauerstoff). Da er keinen übermäßigen Belastungen ausgesetzt ist, hat er genügend Resourcen, um Schlacken und Abbauprodukte auch wirklich abzutransportieren.
Sanfte Bewegung, im Tuch wie im Mutterleib eingehüllt und getragen, wirkt unterstützend bei der Lösung von traumatischen Informationen auf körperlicher, emotionaler und energetischer Ebene, z.B. Geburtstraumen, Schock und Unfallfolgen.
Literaturhinweise:
Asana Pranayama Mudra Bandha von Paramahamsa Satyananda (Satyananda Yoga Zentrum e.V., Anandaverlag, Köln)
Zu Inversionstechniken:
- Why are inversions so highly recommended in yoga practic? by Sarah Kellet (New York Yoga, Oct./Nov. 2007)
- Vernon, H.: Inversion therapy: a study of physiological effects. The Journal of CCA 29: 138-140. Sep 85.
- Goldman, R, et al: The Effects of Oscillating Inversion on Systemic Blood Pressure, Pulse, Intraocular Pressure, and Central Retinal *Arterial Pressure. The Physician and Sports Medicine. 13: 93-96, Mar 85
Bildnachweis:
Alle in den Beitrag eingearbeiteten Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlicht.
© Andreas Döhrer. Alle Rechte liegen beim Autor.
Siehe auch: Yoga
Veröffentlicht am 30.03.2009.
Literaturempfehlungen
A. G. Mohan: Yoga-Therapie. Gesund und leistungsfähig durch Yoga und Ayurveda
Swami Satyanand Saraswati: Asana, Pranayama, Mudra and Bandha 
Bobby Clennell: The Woman's Yoga Book – Asana and Pranayama for All Phases of the Menstrual Cycle 
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Weitere Informationen im Internet:
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