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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Osteopathie

Autor: Prakash Frank Sanzenbacher, Rumfordstr. 19, 80469 München
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Osteopathie ist ein manualmedizinisches Diagnose- und Behandlungsverfahren, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die unterschiedlichen aber immer interagierenden Funktionsebenen des menschlichen Organismus unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit zu stärken und aufeinander abzustimmen. Ihr Begründer, der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) war der Überzeugung, dass der Mensch auch ohne Zutun von außen (Medikation, invasive Techniken, Operationen u.ä.) allein aus intrinsisch angelegten Autoregulations- und Selbstheilungsmechanismen in der Lage ist, seine Gesundheit zu erhalten, bzw. sie gegebenfalls wiederzuerlangen.

Grundlagen hierfür sind nach Stills eine angemessene Gefäßversorgung (»Die Arterie ist essentiell«), eine freie Beweglichkeit (»Bewegung ist Leben«) sowie eine physiologische Beanspruchung aller Körperstrukturen, damit sie im Sinne einer gesunden Funktionalität ausgeformt werden können (»Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig«). Sollte sich der Organismus diese Vorraussetzungen nicht mehr aus eigener Kraft aufrecht erhalten können, werden entspechende Fehlfunktionen (»somatische Dysfunktionen«) vom Osteopathen aufgespürt und mit vornehmlich sanften Behandlungstechniken behoben und auch vorgebeugt. So kann der Klient zurückfinden zu einer ausgewogenen Befindlichkeit, Belastbarkeit und Homöostase.

Die Osteopathie umfaßt also deutlich mehr als ihre Bezeichnung (deutsch: »Knochenheilkunde«) vermuten läßt. Sie gewährleistet dem Organismus eine Ausbalancierung der Muskeln, freie Gelenkbeweglichkeit, eine volle Funktionsfähigkeit der Organe sowie des Gefäß- und Nervensystems und setzt all dies in einen konstruktiven Zusammenhang zueinander.

Die Osteopathie gründet sich auf drei Säulen:

  1. parietale (strukturelle) Osteopathie: Bewegungsapparat, Spinalnerven
  2. viszerale Osteopathie: innere Organe, vegetatives Nervensystem
  3. craniosakrale Osteopathie: Zentrales Nervensystem und umgebende Strukturen.

Der Osteopath weiß um viele komplexe Funktionszusammenhänge, wie z.B. aufeinander aufbauende, evtl. zuerst stumme (kompensierte) Dysfunktionen, die für eine kausale Therapie alle mit behoben werden sollten (Ursache-Folge-Ketten) oder die nervale Vernetzung verschiedener, vom selben Rückenmarkssegment versorgter Bereiche (somato-viszeraler Reflex, Dermatome). Darüberhinaus ist er sich bewußt, dass Schmerzen und Funktionseinschränkungen immer auch die gesamte Lebenssituation des Klienten beeinflussen oder gar aus ihr hervorgegangen sind. Er betrachtet den Menschen also nicht nur nach strukturellen, sondern auch nach biopsychosozialen Gesichtspunkten.

Eine osteopathische Behandlung kann aus verschiedenen, miteinander kombinierbaren Techniken bestehen und richtet sich nach der jeweiligen Diagnose, therapeutischen Strategie, Reaktionslage und Zugänglichkeit des Klienten.

Behandlungstechniken (Auswahl)

Osteopathie kann betrachtet werden als die Mutter der modernen Manualmedizin. Mittlerweile haben sich diverse eigenständige Methodiken entwickelt, die einzelne Aspekte der Osteopathie vertiefen, weiterführen und mit anderen Vorgehensweisen kombinieren. All diese Behandlungsformen sind nicht immer klar voneinander abzugrenzen und können in einem anregenden Austausch miteinander stehen oder sich gegeseitig inspirieren.

Verwandte Methoden:

In Deutschland gilt die Ausübung der Osteopathie als heilkundliche Tätigkeit und ist als solche Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten. »Osteopath« ist also keine eigenständige Berufsbezeichnung. Die Ausbildung umfaßt vier bis fünf Jahre und erfolgt an privaten, in verschiedenen Verbänden organisierten Lehrinstituten.

© Prakash Frank Sanzenbacher. Alle Rechte liegen beim Autor.

Siehe auch: Chiropraktik · Craniosacrale Therapie · Kinesiologie · Ortho-Bionomy® · Trigger-Osteopraktik

Veröffentlicht am 02.12.2008, zuletzt geändert am 26.02.2011.

Literatur

Adressen zum Thema »Osteopathie«

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