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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Positive Psychologie

Autor: Deutsche Gesellschaft für Mentales Training.e.V. (DGMT), Innauenstr. 5, 94060 Pocking
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Neue Verfahren, basierende auf neuen Denkmodellen, eröffnen vollkommen neue Wege in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern.

Ich habe es oft in meiner psychotherapeutischen Praxis erlebt, daß Eltern mit ihren Kindern zu mir kamen mit den Worten: »Ich habe ein Problem mit meinem Kind. Es hat dieses oder jenes Symptom. Irgendwie scheint es psychisch nicht ganz gesund zu sein. Helfen sie mir, daß es wieder normal wird...« So oder so ähnlich ist nicht selten der Einstieg in die eigentliche Arbeit – in die Arbeit mit den Eltern.

Vorab möchte ich jedoch noch eine Frage in den Raum stellen, die uns vielleicht zu einem grundsätzlich offenen und positiven Umgang mit »Kindern als Symptomträgern« führen kann.

Was ist überhaupt Krankheit? Allgemein wird Gesundheit als »Abwesenheit von Krankheit« definiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht einen Schritt weiter und bezeichnet Gesundheit als den Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens». Das Afrika-Kommitee der WHO sieht Krankheit als «Zerbrechen der Harmonie des Lebens». Gesundheit wäre demzufolge «Harmonie des Lebens".

Das Ziel aller Eltern, die ihre Kinder gesund erhalten wollen, wäre also die Förderung aller Umstände, die unsere Kinder in Harmonie, in ihre eigene Mitte bringen!

Zyniker behaupten, Gesundheit wäre die Anpassung an menschenfeindliche Wachstumsfolgen (... je besser jemand mit der aktuellen Umweltlage zurecht kommt, um so gesünder sei er).

Welchen Lebensraum hinterlassen wir unseren Kindern, um ein gesundes Leben leben zu können?

Gesundheit, wie ich sie verstehe, ist ein relatives, ein flüchtiges Gut, das man nicht erzwingen kann. Diese Ansicht beinhaltet, daß es Schmerzen geben kann, daß Gesundheit nie »machbar« ist, und daß Probleme zum Leben gehören. Das positive Paradox ist, wer diese Tatsachen anzunehmen vermag, für den sind Wohlbefinden und Glück möglich. Und das ist eine entscheidende Erfahrung und Einstellung, die wir an unsere Kinder weitergeben können. Es darf Probleme geben, wir können daraus lernen, und niemand braucht perfekt zu funktionieren.

Ich will an dieser Stelle einmal »Kommunikationsforschung« betreiben, indem ich die Kommunikation innerhalb des »Systems Mensch« beleuchte. »Seele und Körper«, so erkannte schon Aristoteles, reagieren aufeinander: Eine Veränderung im Zustand der Seele bewirkt eine Veränderung in der Gestalt des Körpers und umgekehrt." Körper, Immunsystem, Gehirn, Psyche, soziales Umfeld – alles ist eng miteinander verbunden. Die frühe Medizin der Neuzeit untersuchte die anatomischen Strukturen des Körpers. Dann ging man dazu über, in Funktionen zu denken. Aber auch das ist noch zu mechanistisch. Der Mensch ist mehr als Anatomie, Physiologie oder sogar Psychosomatik und Molekularbiologie. Was er genau ist, vermögen wir bis heute noch nicht zu sagen. Eins steht jedoch fest: Gute Gesundheit hängt von guter Kommunikation ab – Kommunikation zwischen den Zellen, zwischen den Organen und Funktionssystemen des Organismus, zwischen Individuum und Umwelt, zwischen Psyche und Körper.

Und genau hier setzt oftmals die Arbeit mit den Eltern an, denn die Kinder tragen in vielen Fällen nur als Träger des Symptoms das aus, was im »System Familie« schief läuft. Wie schaut es da mit der Kommunikation der Eltern untereinander oder mit den Kindern aus. Ist sie klar, wertschätzend, authentisch und empathisch?

Wie sind die Lebensgewohnheiten der Eltern? Wie ernähren sie sich, treiben sie Sport, wie ist ihr Verhältnis zur Natur? Die Liste solcher Fragen könnte noch beliebig fortgesetzt werden, entscheidend dabei ist:

Vermitteln wir unseren Kindern, wie sie sich selbst gesund erhalten können?

Wir kommen demzufolge von einer biomedizinischen zu einer biopsychosozialen Betrachtungsweise. In der heutigen Apparate-Medizin verschwindet die Persönlichkeit des Patienten immer mehr aus den Fallgeschichten. Es ist fast nur noch von Organen, Tumoren und Medikationen die Rede. Der Hintergrund, die Lebensgeschichte, die größeren Zusammenhänge fallen durch das diagnostische Raster, der konkrete Mensch wird auf seine Symptome reduziert. Dabei kommt bei der Beurteilung einer Erkrankung und deren Heilung immer deutlicher der psychologischen Dimension eine herausragende Bedeutung zu. Die Einstellungen, der Glaube, der Lebenswille werden – gerade im Lichte der neueren psychoneuroimmunologischen Faktoren – immer wichtiger. Und genau hier haben die Eltern eine Modell-Funktion.

Gerade in der therapeutischen Arbeit mit Kindern könnte die Fragestellung sich verändern – weg vom »Was läuft schief, was ist das Symptom?« hin zu einem »Was läuft denn gut – und wie können wir das verstärken und für das Kind nutzen«?

Ich möchte es aber nicht alleine bei einer veränderten Fragestellung belassen. Nachfolgend habe ich einige Ansätze zusammengetragen, deren Wirksamkeit sich in langjähriger therapeutischer Praxis erwiesen haben.

Das Lustprinzip

»Jede Menge Sport treiben und alles meiden, was dick macht«. All das bleibt vergebliche Mühe, wenn der Mensch dabei in freudlose Selbstdisziplin verfällt. Der Schlüssel zur Gesundheit heißt: Das Lustprinzip! Psychologie und Medizin haben sich lange Jahre auf krankmachende Faktoren konzentriert und darüber vergessen, wie sehr Genuß, Freude und Vergnügen zur Gesundheit beitragen. Gesundheitsvorsorge muß daher nicht in freudlose Selbstdisziplin oder Selbstkasteiung verfallen, sondern es geht darum, die vielen möglichen Anlässe für gesunde Genüsse im Alltag zu finden.

Zu diesem Aspekt passt ein wunderbare BiCo®-Übung (Bilaterales Coaching), die über den Zeitraum von mindestens 6 Wochen praktiziert, schon eine deutliche Veränderung des gesamten psychischen Wohlbefindens zur Folge hat. Diese Übung ist gut für Eltern, gut für Kinder, gut für Jedermann/frau und sie heißt:

Counting your Blessings (Zähle Deine Segnungen)

Heilende Berührung

Immer mehr Psychotherapeuten und Mediziner besinnen sich auf eine alte Weisheit: körperliche Berührung und Massage haben heilende Wirkung. Für Georg Groddeck, den »Vater der Psychosomatik« war es beispielweise noch Anfang dieses Jahrhunderts eine ärztliche Selbstverständlichkeit, daß »Therapie und Massage« zusammengehören. Diese eher intuitiv begründete Überzeugung wird in den letzten Jahren zunehmend von der empirischen Forschung bestätigt: Unabhängig von dem jeweiligen Krankheitsbild dienen vor allem die durchgängig Leib und Seele entspannenden, streß- und angstreduzierenden Wirkungen »körperbezogener Therapieverfahren« der Krankheitsbewätligung.

Hier bietet die ChiAi-Massage als Verbindung von Meridianharmonisierung und zärtlicher Berührung einen wunderbaren Ansatz. Das Chi (chin. = Lebensenergie) fließt im Körper längs der Meridiane, die den Blut-, Nerven-, oder lymphatischen Bahnen vergleichbar sind. Das Meridiansystem steuert die Funktion aller Körperorgane und verknüpft alle Teile des Körpers miteinander und bildet so die wichtigste Voraussetzung für ein harmonisches Gleichgewicht (jap.: Ai = Harmonie). Wenn der Fluß des Chi abgebremst oder durch eine innere Blockade gehemmt wird, wenn es durch äußeren Einfluß schneller fließt, als normal oder wenn zuviel Energie im Körper vorhanden ist, kann dieser aus dem Gleichgewicht geraten, und die Folge kann Krankheit sein. Speziell die ChiAi? Massage verbindet die Lehre des Meridiansystems mit dem therapeutischen Aspekt der körperlichen Berührung.

Millionen kleinster Nervenzellen liegen unter unserer Hautoberfläche. Sie warten auf sanfte Berührung, um unserem Gehirn zu signalisieren: »Da ist jemand, der es gut mit Dir meint, dem Du vertrauen kannst.« Und das hat Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem: Streß und Ängste werden abgebaut, Verspannungen, Schmerzen und psychosomatische Beschwerden werden gelindert. Nervenimpulse steuern das Hormonsystem, und so kann es – abhängig von Art und Ort der Berührung – zur Ausschüttung unterschiedlichster wohltuender Hormone kommen. Auch im psychotherapeutischen Kontext ist die Berührung ein wichtiges Kommunikationsmittel. Oft ermöglicht die vorbereitende Körperarbeit erst die Verbalisierung im Rahmen der Therapiesitzung. Emotionale Blockaden können leichter gelöst werden. Gerade die fernöstliche Medizin bezeichnet psychische Krisenzeiten als »Tor zur Veränderung« und lehrt, daß gerade in solchen Lebensphasen Berührungbehandlungen helfen.Selbst Pflanzen reagieren auf Berührung und Zuspruch sensibel. Je häufiger sie berührt werden, umso schöner wachsen sie. Um wieviel mehr reagiert erst der Mensch ...

Seit ich vor ca. 10 Jahren gemeinsam mit meiner Frau die ChiAi?-Massage entwickelt habe, bilden wir auch andere Menschen in diesem einfach zu erlernenden Verfahren aus. ChiAi? bedeutet Liebe, Sich-Kümmern, Freude, gute Gefühle, körperliches Bewußtsein und somit eine Verbindung zum Leben. Vor einigen Jahren unterrichteten wir ein Team eines Betreuungsheimes für körperlich und geistig behinderte Kinder. Nach einem halben Jahr bekamen wir ein wundervolles Feedback: Kinder, die vorher jahrelang geschwiegen haben, sprachen plötzlich, Kinder, die aggressiv waren, wurden sanft, Kinder, die teilnahmslos waren, bauten soziale Bindungen auf und zeigten die unterschiedlichesten Interessen – nur durch liebevolle Berührung ...

Meditation

Wer mit Leib und Seele meditiert, tut seiner Gesundheit sehr viel Gutes: Wie neueste Untersuchungen zeigen, ist das in der Meditation entfaltete gesundheitsförderliche Potential offenbar größer, als bisher angenommen. So hilft Meditieren nicht nur Asthmatikern, Dialyse- und Transplantationspatienten, bei Angststörungen oder psychosomatischen Erkrankungen, es hat auch stark präventive Wirkungen: Meditierende werden deutlich seltener krank als nichtmeditierende Mitbürger – und beanspruchen viel weniger medizinische Leistungen. Sehr viel weniger: Wie eine schwedische Studie zeigt, ist die Wahrscheinlichkeit für jemanden, der regelmäßig meditiert, faktisch 150 bis 200 mal geringer, psychiatrisch versorgt werden zu müssen.

Es gibt schöne Meditationen, Phantasiereisen und mentale Übungen (Mentaltraining, Autogenes Training,etc.) für Kinder, die ihnen helfen, immer mehr in die eigene Mitte zu kommen – Es gibt nichts Gutes, außer man tut es ...

Und so ganz nebenbei kann das auch den Eltern Spaß machen und die Eltern-Kind-Beziehung stärken.

Lebenssinn

Die klassische Frage, wenn jemand zum Arzt oder Therapeuten kommt, lautet: "Was stimmt mit ihm nicht? Was sind die Symptome? Und was ist die verborgene Ursache für die sichtbaren Probleme?

Die Fragen können aber auch anders lauten: Was ist bei diesem Patienten in Ordnung? Welches besondere, einzigartige, individuelle Lied kann er singen? Wie kreativ und kooperativ ist er? Gibt es ein Leitmotiv, einen Traum in seinem Leben, der vielleicht verschüttet und vergessen ist? Welche Kräfte kann er mobilisieren – und wie können diese Kräfte therapeutisch eingesetzt werden? Wie müßte es aussehen, damit er bedauert, daß der Tag nur 24 Stunden hat? Was hindert ihn daran, dieses Leben zu führen? Was müßte geschehen, damit er morgens voller Vorfreude auf den Tag aufwacht? Bei all diesen Fragen geht es um Aktivität, um Vitalität und Lebensfreude. Es geht um die ureigensten Wünsche, Potentiale und um den ganz individuellen Lebensplan.

Auch hierzu gibt es eine simple und sehr wirkungsvolle BiCo®-Übung, die mindestens vier Wochen praktiziert werden sollte. Die meisten Kinder »verlangen« nach diesem Zeitraum diese Übung als tägliches Ritual!

Positive Sense (Der positive Sinn)

Vielleicht bedeutet Gesundheit, dem eigenen Lebensplan, der eigenen Vision zu folgen. Dann hätte Krankheit lediglich den Sinn, uns auf Kurskorrekturen aufmerksam zu machen. Vielleicht könnten wir dann sogar Krankheit annehmen, ihr sogar noch dankbar sein. Aber das wäre zuviel verlangt – oder?

Literaturempfehlung:

Filmtipps:

© Deutsche Gesellschaft für Mentales Training.e.V. (DGMT). Alle Rechte liegen beim Autor.

Siehe auch: Brainlog®

Veröffentlicht am 21.12.2007, zuletzt geändert am 28.02.2011.

Literatur

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