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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Qi Gong

Autorin: Silja Thiemann, Hufeisen 27a, 41352 Korschenbroich
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Qi Gong ist der Begriff für die traditionelle chinesische Heilgymnastik, bei der die körperliche Energie verstärkt und der gesamte Organismus in seiner Funktionsfähigkeit verbessert wird. Übt man Qi Gong, so erzeugt man eine bewusste Verbindung von Bewegung, Atem und Vorstellung. Dies geschieht meist über sehr langsame Bewegungen oder auch stille innere Übungen, die der Natürlichkeit des Atems folgen, begleitet von Vorstellungsbildern, die häufig der Natur entlehnt sind.
Vorstellungsbilder wie ?Fliegen wie ein Kranich?, ?Stehen wie ein Baum? oder ?Die Wasseroberfläche des Sees glatt streichen? berühren tiefe, ursprüngliche Kräfte in uns. Die Namen von Übungsfolgen wie ?8 Brokate? erinnern an den hohen Wert, den Brokat in China hatte, so handelt es sich dabei auch um Übungen von hohem Wert. Es gibt Übungen, die scheinbar sehr einfach sind und manchmal nur aus einer einzigen Stellung bestehen. Andere Schulen verwenden recht lange Bewegungsabläufe, wobei es sich dabei zumeist um therapeutisch eingesetzte Formen handelt, die meist an Kliniken unter Anleitung der Therapeuten mehrfach täglich mit den Patientengruppen geübt werden.

Die Bilder leiten die Bewegungen an und mit der Zeit stellt sich eine Verknüpfung von Denken und Bewegung, Bewegung und Denken ein. Es kommt zu einer eingeübten und wiederholbaren Ruhe und nicht zuletzt des Lebensmutes und der Lebensfreude.

Die Bewegungen im Qi Gong sind denen im Taijiquan (Tai Chi Chuan) und auch denen des WuShu (oft auch als Kungfu gezeichnet) ähnlich, denn sie beruhen auf den gleichen Gesetzmäßigkeiten. Vergleicht man WuShu, Taiji und Qi Gong miteinander, so trainiert das WuShu – die chinesische Kampfkunst – die äußere Kraft. Diese Kräfte, die man im WuShu äußerlich sehen kann, werden im Taiji und im Qi Gong stärker als innere Kraft geübt. Das Taijiquan hat sich in den letzten 200 Jahren, aus der Kampfkunst kommend entwickelt. Wie das Qi Gong benutzt es die verlangsamte Bewegung, die in ununterbrochener Verbundenheit mit dem Zentrum aller Wirkkräfte, dem Dantian im Bauchraum in Beziehung steht. Doch sind die Formen im Taiji relativ lang und man braucht mehr Zeit sie zu erlernen.
Die Bewegungsabläufe im Qi Gong dagegen werden oft in kleineren Sequenzen geübt und können jederzeit unterbrochen werden, um sie zu vertiefen. So kann man die Qi Gong-Übungen formal schneller erlernen, und sie eignen sich auch für Patienten mit stärkeren körperlichen Behinderungen, deren Beweglichkeit stark eingeschränkt ist.

Die Bewegungen werden im natürlichen Fluss des Qi ausgeführt und wir entwickeln eine unaufdringliche Kraft, die immer mit den Wurzeln unserer Vitalität in Verbindung bleibt. Wir werden ruhig, der Atem wir langsam und gleichmäßig, unsere Spannungen lassen nach. Es entsteht eine Harmonie, die dem Körper hilft zu heilen, die Gefühle ausgleicht und die den Geist klärt. Die Regeln, die man in der Übung erfährt, werden nach und nach auch auf das tägliche Leben übertragbar. So kann sich eine verbesserte Selbstwahrnehmung und eine gesunde Selbsteinschätzung entwickeln.

Die Nützlichkeit von Qi Gong zur Unterstützung und Wiederherstellung der Gesundheit kannte man in China natürlich schon immer, doch erst zu Anfang dieses Jahrhunderts finden sich erste Schriften, die einen therapeutischen Gebrauch der tradierten Übungen empfehlen. In den vergangenen Jahrhunderten, in welchen sich die meditativen Übungen in China entwickelten, gehörten sie zur Praxis daoistischer und konfuzianischer Schulen und seit der Zeitwende, mit der sich der Buddhismus in China ausbreitete, wurden beide Richtungen maßgeblich auch von diesem beeinflusst. Mönche und Einsiedler benutzten diese Methoden unterstützend zu ihrer geistigen Schulung. Die körperliche Gesundheit, welche sich in der täglichen Praxis solcher Übungen einstellte, war ein Pfeiler ihrer Entwicklung.

Der Tradition der chinesischen Geistesgeschichte entwachsen basiert das Qi Gong daher auf den gleichen Grundlagen wie die Akupunktur, die Pflanzenheilkunde, oder das Tuina. Die verschiedenen Disziplinen innerhalb der chinesischen Medizin ergänzen und fördern sich daher auch gegenseitig, doch im Unterschied zu den Verfahren, zu denen man immer einen Therapeuten aufsucht, ist das Qi Gong, die dem Patienten selbst vorbehaltene Übung zur Linderung von Krankheit und Unterstützung der Gesundheit. Qi Gong kann deshalb auch in der Vorsorge eingesetzt werden, denn übt man Qi Gong, achtet man weniger auf einzelne Symptome möglicher Krankheiten, sondern mehr auf die Herstellung der in uns vorhandenen Harmonie. Es kräftigt und entspannt. Es fördert die Beweglichkeit bis ins hohe Alter und hält die fünf Sinne gesund. Es stärkt die Abwehrkraft und reguliert Psyche und Geist.

Es wird erfolgreich eingesetzt bei

und es wurden sogar spezielle Qi Gong-Formen zur begleitenden Krebsbehandlung entwickelt.

Beim stillen Qi Gong bleibt der Körper in einer entspannten Ruheposition, und das Qi wird über die Vorstellung durch den Körper gelenkt. Zur Therapie von Krankheit läßt Qi Gong als Methode unendlich viele Variationsmöglichkeiten und Abwandlungen zu. Therapeutisch eingesetzt kann es sich so auf die Bedürfnisse eines jeden Menschen einstellen. Doch für alle Formen der Übung gilt: sie führen dann zum gewünschten Erfolg, trainiert man sie täglich und mit Leichtigkeit.

© Silja Thiemann. Alle Rechte liegen bei der Autorin.

Siehe auch: Qi Gong der Vier Jahreszeiten · Qi Gong: Finger Qi Gong · Qi Gong for Life · Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Veröffentlicht am 12.11.2006, zuletzt geändert am 26.02.2011.

Literatur

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