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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Schröpfen

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Von Rolf Gruda, Hamburg

Das Schröpfen gehört zu den klassischen Ausleitungsverfahren (Entgiftung/ Entschlackung durch Ausleitung von Stoffen, die der Gesundheit des Organismus schaden) und wurde sowohl im antiken Griechenland und Ägypten als auch in Indien und China angewandt. Im klassischen Griechenland war das Schröpfen so geschätzt, dass die Schröpfglocke zum Emblem des Arztes wurde.

Seitdem man die Reflexzonen, d.h. die Verwandtschaft bestimmter Hautstellen mit inneren Organen, genau kennt, ist das Schröpfen auf ein wissenschaftliches Fundament gestellt und zu einer wirklich heilenden Kunst geworden. Voraussetzung ist allerdings die exakte Kenntnis der Reflexzonen am Rücken des Patienten (siehe Übersicht rechts). So fallen beim obligatorischen Abtasten des Rückens teilweise sogar schmerzhafte Gewebeveränderungen auf, die Erkrankungen der Organe erkennen lassen, die den jeweiligen Zonen zugeordnet sind. Pralle Reflexstellen müssen mittels blutigen Schröpfens entlastet, leere dagegen mittels trockener Schröpfung aufgefüllt werden.

Beim Schröpfen werden die Haut und das darunter liegende Gewebe angezogen und gedehnt. Dazu verwendet man in der Praxis eigens dazu gefertigte Schröpfköpfe, die die Gestalt einer Glocke haben. In diesem Glas (oder Bambus) wird ein Vakuum erzeugt, so dass sich das Schröpfglas auf der Haut festsaugen kann. Dadurch wird die Mikrozirkulation von Blut- und Lymphflüssigkeit im darunter liegenden Gewebe angeregt. Durch die Ableitung der gestauten Lymphflüssigkeit wird die Anspannung (Tonus) der darunter liegenden Muskeln vermindert und die Muskeln können sich entspannen.
In den angesaugten Hautbezirken strömt aus dem umliegenden Gewebe Blut. Nach dem Entfernen des Schröpfkopfes bleibt eine Art Bluterguss zurück. Dieses Verfahren wird trockene Schröpfung genannt.
Bei der blutigen Schröpfung werden vor dem Aufstülpen des Schröpfglases ein paar Hautschnitte in den zu schröpfenden Bezirk gesetzt. Das angesaugte Blut strömt aus der Haut in den Schröpfkopf hinein und füllt ihn bald. Ist der Überdruck im Gewebe ausgeglichen, stoppt die Blutung.
Die trockene Schröpfung fügt hinzu (Blut, Wärme, Kraft), die blutige Schröpfung nimmt weg (Überschüsse, Gifte)
Gezielte Schröpfungen bzw. Schröpfmassagen wirken unmittelbar und sind daher sehr effektiv.

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Indikationen u.a.:

Autor: Rolf Gruda, Hamburg

Siehe auch: Blutegeltherapie · Cantharidenpflaster

Veröffentlicht am 25.10.2006, zuletzt geändert am 25.02.2016.

Literatur:

3830476833 3830477473 3794527593 3437562517 3830472374 3950185720 3363030754 3832228438 3899010183 3927344109

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