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Lexikon der Therapie- und Diagnoseformen

Trigger-Osteopraktik

Autor: Thomas Winter, Steinkopfweg 39 a, 65931 Frankfurt / Main-Zeilsheim
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Etwa 16 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Schmerzen. Bei vielen ist eine eindeutige organische Ursache nicht zu diagnostizieren. Die Triggertherapie kann durch gezielte Diagnose und Behandlung die Ursachen vieler bislang therapieresistenter Schmerzsyndrome und deren Folgeerkrankungen, meist Arthrosen oder Bandscheibenvorfälle, behandeln. Dabei weisen die Mehrzahl der Untersuchungen und Studien eindeutig auf die Wirksamkeit der Triggerpunkt-Therapie hin und belegen deren therapeutische Effizienz.
Die häufigsten Triggerpunkte befinden sich im Muskelgewebe (myofasziale Triggerpunkte), aber auch in Sehnen, in Bandstrukturen, in der Knochenhaut oder unter der Haut können sie für den Patienten akute und chronische Beschwerden auslösen.

Was sind myofasziale Triggerpunkte?

Myofasziale Triggerpunkte sind verdickte und dauerhaft verkürzte Muskelfaserabschnitte innerhalb eines Muskels, die als harte Stränge oder Knoten tastbar sind. Sie Führen wiederum zu Verkürzungen der Muskelfaserbündel und lösen dabei Schmerzen aus, häufig nicht an derselben Stelle sondern entfernt liegend. Da die Muskulatur und das Skelett ein funktionelles Gebilde sind, ziehen diese Faserverdickungen schließlich auch den Knochen und den Knorpel in Mitleidenschaft. Es kommt außerdem zu Gelenk- und/oder Wirbelfehlstellungen.
Triggerpunkte entstehen durch Belastungsmangel oder Überlastung bzw. Überdehnung der Muskeln auch bei einseitigen Tätigkeiten über längere Zeit, dauerndem Stress, sowie bei ständiger Übersäuerung der Muskeln.

Wie können diese Triggerpunkte diagnostiziert werden?

Triggerpunkte reagieren auf Druck außerordentlich Schmerzempfindlich.
Schmerzausstrahlung (sog. Übertragungsschmerz) und Ursache der Triggerpunkte sind dabei meist nicht am gleichen Ort. Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Computer- oder Kernspintomographie geben hier allerdings keinen Aufschluss. Im therapeutischen Alltag müssen daher drei klinische Hauptkriterien erfüllt sein: Der Hartspannstrang des Muskels, die maximale punktuelle Druckempfindlichkeit sowie die Reproduktion der Schmerzsymptome (Ausstrahlung). Bestätigende Diagnosekriterien sind ödematöse Verquellungen, lokale Zuckungsreaktionen, Beeinträchtigung der Koordination sowie autonom-vegetative Phänomene. Die Messung der Gelenkbeweglichkeit ist dabei ein weiteres wichtiges Diagnosemittel.

Die Therapie der myofaszialen Triggerpunkte

Man unterscheidet vier manuelle Techniken. Kompression des Triggerpunktes, Dehnung der Triggerregion, Dehnung der oberflächlichen Muskelfaszie, lösen verklebter Faszien sowie als ergänzende Maßnahmen: Detonisierung und Funktionelles Training des Muskels.
Mit Hilfe eines von Dr. Wolfgang Bauermeister entwickelten Triggosanschlüssel lassen sich auch Triggerpunkte in den tiefer liegenden Muskelschichten aufspüren. Eine außerordentlich empfindliche Schmerzreaktion zeigt hierbei die Stelle des Triggerpunktes an. Wird dieser Druck dann intensiviert, werden die typischen Beschwerden des Patienten ausgelöst. Der Behandlungsschmerz kann dabei evtl. noch 3 Tage nach der Behandlung zu spüren sein. Ansonsten gibt es außer gelegentlich kleineren Hämatomen keine Nebenwirkungen. Hierbei sollte jedoch unbedingt eine Patientenaufklärung erfolgen.
Weitere Methoden sind die Triggerpunkt-Stoßwellen-Therapie. Der Muskel wird dadurch sofort gedehnt und entspannt sich. Die Durchblutungssteigerung löst dabei allmählich den Schmerz auf.
Eine neue schonende bzw. schmerzfreie Behandlung ist die Mikrostimulationstherapie. Dabei werden Ströme unterschiedlicher Frequenz gegen die Gewebsentzündung eingesetzt. Die Entzündung heilt aus und die Schmerzleitungen reagieren wieder normal, der Muskel entspannt sich.

Die Kontraindikationen der Trigger-Osteopraktik

Absolute Kontraindikationen sind in der manuellen Trigger-Therapie nicht bekannt. Zu den relativen zählen dabei die Osteoporose, instabile Frakturen, akute Muskelverletzungen mit Hämatomen, Zirkulationsstörungen, Hautverletzungen und -erkrankungen sowie Blutgerinnungsstörungen mit Quick-Wert < 20.

© Thomas Winter. Alle Rechte liegen beim Autor.
Veröffentlicht am 05.06.2008, zuletzt geändert am 26.02.2011.

Literatur

Adressen zum Thema »Trigger-Osteopraktik«

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