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Geburtsverzögerung wg. Elterngeld

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Irene



Anmeldedatum: 24.11.2006
Beiträge: 18
Wohnort: Nähe Celle

BeitragVerfasst am: 19.12.2006, 00:28    Titel: Geburtsverzögerung wg. Elterngeld Antworten mit Zitat

Ungeborene wissen nichts von Elterngeld
Ab 1. Januar gibt es gegenüber der bisherigen Regelung ein verbessertes Elterngeld für junge Familien. Das könnte unwissende Eltern, deren errechneter Geburtstermin um die Jahreswende herum liegt, dazu verleiten, sich Wehen hemmende Medikamente verabreichen zu lassen, um die Geburt hinauszuzögern.
Pränatalpsychologen beobachten entsprechende Zeitungsnotizen mit Sorgen, denn seit langem ist bekannt, dass die Geburt ein Meilenstein im Leben des Menschen darstellt. Darum sollte ohne Not niemals in den Geburtsprozess eingegriffen werden. Das wird wie folgt begründet: Das Baby zeigt seine Geburtsreife an. Jedes Baby, dass geboren werden will, hat schon eine 9 Monate lange Reise hinter sich. Der genetische Code mit dem es ausgestattet war und die vorgeburtlichen Entwicklungen haben ein Individuum hervorgebracht, das jetzt vorbereitet ist für seine Geburt.
Die pränatale Reise besteht aus Sinneseindrücken der Ohren, der Augen, der Haut und der Geschmacksnerven, die auf das Leben in der Welt vorbereiten. Mindestens 4 Monate lang hörte das Baby Mutter und Vater sprechen, lachen oder streiten. Es erschrickt, wenn es zu laut wird, es spürt Trauer, Ärger und Einsamkeit. Es nimmt am Leben draußen über die Mutter aktiv teil. Ihre Empfindungen erreichen auch seinen kleinen Organismus.
In seinem Gehirn werden sämtliche vorgeburtlichen Erinnerungen in den neuronalen Netzwerken gespeichert. Die Geburt selbst wird biologisch und mental erwartet. Das Baby reift und gibt einen hormonellen Impuls an die Mutter. Es leitet damit seine eigene Geburt ein. Der mütterliche Organismus empfängt die Signale des Babys und zwar im Stammhirn. Dies kann willentlich nicht direkt beeinflusst werden. Von den ältesten Gehirnteilen ausgehend setzen jetzt sämtliche weitergehenden hormonell hochkomplexen Wechselwirkungen ein, damit die Wehen beginnen, damit sich die Geburtswege öffnen, damit sich das Kind durch den Geburtskanal nach biologischem Programm entsprechend hindurcharbeitet, damit sofort nach der Geburt die Milchbildung einsetzt. Die Mutter und das Kind brauchen hierfür ein ruhiges Umfeld und geduldige Unterstützung, damit die Geburt ohne Störungen vonstatten gehen kann. Dann wird die Geburt vom Baby und von seinen Eltern als Erfolg erlebt.
Die Pränatalforschung weiß, dass verschiedenste Hormone zur Geburtsstress- und Schmerzbewältigung biologisch bereitgestellt werden. Darum ist eine Geburt vor allem ein höchst konzentriertes, erregendes und schönes Erleben für die Mutter, den mithelfenden Vater und das Kind.
Menschen wollten zu allen Zeiten die Geburt erleichtern und ihre Risiken vermindern. Die seit den 70er Jahren propagierte sanfte und schmerzarme Geburt ist durch eine entspannende Vorbereitung und eine stressarme Geburtsbegleitung in sehr vielen Fällen möglich geworden. Hausgeburten und die Gründung von Geburtshäusern nahmen wieder zu. Zu derselben Zeit begann aber auch die medikamentöse Beeinflussung der klinischen Geburt. Der errechnete Termin konnte beliebig verlegt werden. Mit Wehenhemmern und Wehenbeschleunigern wurden Geburtsverläufe beeinflusst. Die Akzeptanz einer durch Technik observierten und unter Medikamenten gesteuerten Geburt griff immer weiter um sich. Laut Statistik der Bundesregierung sind im Jahr 2005 bereits 27 % aller Geburten Kaiserschnitte. Vor 10 Jahren waren es aber erst rund 15 %. Außerdem: Nur etwa 7 % aller Krankenhausgeburten verlaufen ohne medizinische Eingriffe. (Prof. Beate Schücking)
Die Geburt des Menschen ist ein einmaliges prägendes Erlebnis. Sie ist der Engpass, durch den jeder Mensch hindurch musste, um auf die Welt zu kommen. Wie es bei diesem Geschehen zugeht, wie freundlich-warm oder kalt-steril, wie narkotisiert oder wie bewusst dieser Verlauf letztendlich vonstatten geht, ist keineswegs einerlei. Die Geburt, so sind sich Pränatalpsychologie und –medizin einig, ist Modell für alle weiteren Ablösungsprozesse, für Übergänge des Lebens, Prüfungen und Veränderungen des Lebens. Das Baby erlebt seine Geburt in keiner Weise neutral, sondern fühlend, anteilnehmend und bewegt. Es erlebt seine eigene Geburt bewusst und die dort gemachten Erfahrungen prägen sich tief in seinem Gehirn als zentrales Ereignis ein.
Die erfolgreiche Geburt durch eigene Anstrengungen und mit liebevoller Begleitung ist die beste Grundlage, die Eltern ihren Kindern für das Leben mitgeben können. Besonders in unserer leistungsorientierten Gesellschaft zählt die Eigenmotivation. Diese kann bereits bei der Geburt durch hemmende und lähmende Medikamente entscheidend gestört werden.
Der weltbekannte Psychiater und Experte auf dem Gebiet der vor- und nachgeburtlichen Psychologie Dr. Thomas Verny sagt: „Die Art, wie wir auf diese Welt kommen, beeinflusst wesentlich die Art, wie wir in ihr leben.“ Er warnt vor dem zunehmenden Stress unter der Geburt. Nicht die Technik solle im Mittelpunkt stehen, sondern die Eltern mit ihrem Baby. Das Interesse werdender Eltern müsse dahin gehen, dem Kind zu ermöglichen, unter geringst möglicher Schock- und Stresswirkung zur Welt zu kommen, so dass es weder körperlichen noch seelische Schaden von der Geburt davonträgt. Dazu bedarf es auch gelassener Geburtsbegleiter.
Eltern, die sich klar machen, dass die Geburt ein natürlicher Vorgang ist, der nach dem Takt der Natur vorherbestimmt ist, sollten sich überlegen, ob sie modernen Möglichkeiten der Manipulation von Geburten ohne Not folgen wollen oder ob sie bei dieser wichtigen Station im Leben ihres Kindes, seinem individuellen Rhythmus respektvoll den Vortritt lassen. Bei einer durch Wehenhemmer unterbrochenen oder verzögerten Geburt ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Baby keine eigenen Hormone mehr abgibt, denn sein eigener Rhythmus ist ja durcheinander gebracht worden. Spätestens dann erfolgt die künstliche Geburtseinleitung mit erhöhtem Kaiserschnittrisiko. Und Kaiserschnitt bedeutet den Verzicht auf ein prägendes Erfolgserlebnis für das Baby, stattdessen Operationsbedingungen mit Narkose, hellem Licht, Sterilität, schnellem Herausheben aus der Geborgenheit der Gebärmutter und entsprechendem unvermeidbarem Stress. Für die Mutter folgen mehrwöchige körperliche Beeinträchtigung bei gleichzeitig notwendiger intensiven Pflege und Zuwendung des Neugeborenen, evtl. Stillschwierigkeiten, Stress und Schmerzen, was alles vermeidbar gewesen wäre. Kleine Geschwisterkinder ertragen die Trennung von der Mutter keineswegs problemlos. Auch der Vater hat die Folgen mitzutragen, weil seine Unterstützung länger und intensiver erforderlich ist.
Pränatalpsychologen und –mediziner, die um körperliche und seelische Verletzlichkeit des Babys und der Mutter rund um die Geburt wissen, können nur vor unnötigen Störungen hormonaler Wechselprozesse warnen. Ein Baby kennt nämlich kein Familiengeld, kein Sylvester 2006/07 und keine Einkommensverhältnisse. Es will nur gesund zur Welt kommen und freudig begrüßt werden um seiner selbst willen, dann, wenn es biologisch reif ist.

Irene
(Mitglied in der Internationalen Studiengemeinschaft für pränatale und perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM)
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